Mobile Content: Mobilfunkbetreiber sollen Umsatzanteil senken

5. Oktober 2006, 13:59
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Marktwachstum durch flexible Preismodelle und größere Angebotsvielfalt

Laut einer im Rahmen der Mobile Content World Conference von Valista durchgeführten Umfrage zur Entwicklung des Mobile Content-Marktes würden Mobilfunkbetreiber einen zu hohen Anteil der Umsätze aus Mobile Content-Services für sich beanspruchen. Ein Großteil der mehr als 100 Befragten schätzten, dass derzeit 40 bis 50 Prozent der Einnahmen aus den Transaktionen bei den Mobilfunkbetreibern bleiben, weniger als sechs Prozent gingen davon aus, dass sich dies innerhalb der nächsten drei Jahre nicht ändern werde. 65 Prozent der Befragten traten dafür ein, dass Mobilfunkbetreiber innerhalb der kommenden drei Jahre ihren Anteil an den einbehaltenen Umsätzen mindestens zur Hälfte kürzen und damit ihren Anteil auf rund 20 Prozent reduzieren sollten. Knapp ein Fünftel der Teilnehmer sprach sich für eine Reduktion auf nur fünf Prozent aus.

Wachstum

Die Befragten riefen dazu auf, das Marktwachstum durch flexible und kreative Preisgestaltung zu beschleunigen sowie zielgruppenspezifische Inhalte anzubieten. Mehr als 28 Prozent der Umfrage-Teilnehmer waren der Ansicht, dass Kunden nach demographischen Merkmalen eingeteilt werden sollten, um die Nachfrage zu steigern. Für 27 Prozent stand eine flexible Preisgestaltung an erster Stelle, um eine erfolgreiche Marktentwicklung zu garantieren, 20 Prozent sprachen sich für verbesserte mobile Suchdienste aus. Sinkende Umsätze der Mobilfunkbetreiber würden jedoch nicht durch Einnahmen aus dem Mobile Content-Geschäft kompensiert werden können, so die Einschätzung der Befragten. 58 Prozent gingen davon aus, dass innerhalb der nächsten drei Jahre weniger als ein Viertel des Gesamtumsatzes von Mobilfunkbetreibern durch Mobile Content-Dienste erwirtschaftet werde, 15 Prozent sahen diesen Prozentsatz gar auf zehn Prozent fallen. Laut Valista liegt der Anteil derzeit bei rund 20 Prozent. Eine Studie von iGillott Research besagt, dass der Anteil bis 2009 auf rund 40 Prozent steigen wird. "Heute entfallen von rund 20 Prozent des Umsatzes mit Datendiensten 15 Prozent auf SMS- und MMS-Dienste, nur etwa fünf Prozent bleiben von reinen Datendiensten. Der Markt für Mobile Inhalte ist demnach noch gar nicht richtig existent", so Helaba Trust-Analyst Holger Bosse im Gespräch mit pressetext.

Content

"Derzeit haben Mobilfunkbetreiber den größten Anteil an Mobile Content-Einnahmen, diese Aufteilung könnte sich jedoch verändern - vor allem, wenn große Medienhäuser ihren Markteinfluss stärken", so Valista-Vizechefin Alrene Adams. Aufgrund verschiedener Modelle stelle sich die Frage, wie die in Anspruch genommene Leistung auf die involvierten Unternehmen verteilt werden kann, meint Bosse. "Es besteht natürlich ein Unterschied, ob TV-Dienste übertragen werden oder ob es sich um eine einfache Anfrage wie für Bahntickets handelt", so Bosse. Für den Verbraucher würden zwei Faktoren eine wesentliche Rolle spielen: "Das wichtigste für den Verbraucher ist der Preis. Mobilfunkanbieter müssen sich fragen, was der Kunde will und was er bereit ist zu zahlen", erläutert Bosse. Während eine Daten-Flatrate in Höhe von fünf Euro für viele vorstellbar wäre, sei diese in einer Preisklasse von 20 Euro für die breite Masse kaum noch interessant. "Ein zweiter Faktor sind die angebotenen Dienste. Bleiben die Angebote auf dem heutigen Niveau, wird sich das Marktwachstum langsam und kontinuierlich steigern. Entwickeln die Mobilfunkbetreiber jedoch ein größeres Angebot, sind ihre Kunden auch bereit mehr zu zahlen." (pte)

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