Kuba entlässt Firmenchefs in Telekom- und IT-Branche

3. Oktober 2006, 09:11
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Sektor soll mehr unter staatliche Kontrolle gestellt werden

Die kubanische Regierung hat nach Informationen aus Wirtschaftskreisen zwei Firmenchefs aus der Telekom- und Informationstechnologie-Branche entlassen, um den Sektor fester unter staatliche Kontrolle zu bekommen. Kommunikationsminister Ramiro Valdes habe den Präsidenten der kubanischen Telekommunikationsfirma Etecsa sowie den Chef des Computer- und Elektronik-Unternehmens Copextel entlassen, hieß es in ausländischen und kubanischen Unternehmerkreisen am Montag.

Unzufriedenheit

Valdes sei unzufrieden mit den nach mehr Unabhängigkeit strebenden Managern gewesen. Zudem sei der stellvertretende Informationsminister Nelson Ferrer entlassen worden.

Der 74-jährige Valdes war erst im vergangenen Monat vom geschäftsführenden Präsidenten Raul Castro zum neuen Kommunikationsminister ernannt worden. Präsident Fidel Castro hatte Ende Juli wegen einer Erkrankung die Amtsgeschäfte an seinen Bruder übergeben.

Rückstand

Internationalen Studien zufolge ist Kuba das Land mit der geringsten Verbreitung von Mobiltelefonen und Internetanschlüssen in Lateinamerika. Für den technologischen Rückstand macht die Regierung vor allem das vor rund 40 Jahren von den USA verhängte Wirtschaftsembargo verantwortlich. Allerdings dürfen Kubaner nur mit einer staatlichen Genehmigung Computer kaufen oder sich ins Internet einwählen. Satellitenfernsehen ist verboten.(APA/Reuters)

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