
Justizministerin Karin Gastinger (41) hat genug von den Orangen.
Sechs Tage vor der Wahl, bei der das BZÖ mit schwindenden Chancen um den Einzug ins Parlament kämpft, sagte die steirische BZÖ-Spitzenkandidatin dem Bündnis Adieu. „Ausländerfeindlich“ sei es. Da könne sie nicht mit.
Schon längere Zeit zeigten sich Entfremdungstendenzen zwischen der „einzigen echten Orangen“, die zuvor ja nie FPÖ-Mitglied war, wie sie selbst betonte, und ihrer politischen Heimat auf Zeit. Das Gefühl, auf Kollisionskurs mit der eigenen Partei – aber auch dem Koalitionspartner ÖVP – zu sein, konnte die junge Politikerin, die anfangs ob ihrer politischen Unerfahrenheit von vielen unterschätzt wurde, zur Genüge auskosten.
Die Juristin war mit ihren Positionen oft zu liberal. Den einen in der Ausländerfrage, den anderen gesellschaftspolitisch. Gastinger ist der personifizierte Pragmatismus. Ein Pragmatismus, der einem Realitätssinn geschuldet ist, der nicht auf Ideologien oder politische Programmatik abstellt, sondern fragt: In welcher Welt leben wir? In einer, in der die Vater-Mutter-Kind/er-Familie Konkurrenz bekommt durch Patchwork-Familien, wie Gastinger sie auch selbst lebt. Ihr Mann und Vater von Sohn Max hat zwei Kinder aus erster Ehe.
Gastinger wollte den zusammengewürfelten Wahlverwandtschaften mehr Rechte geben. Nein, sagte die ÖVP, ganz Hüterin des heilen Familienidylls. In welcher Welt leben wir? In einer, in der homosexuelle Menschen gleich berechtigt sein sollen, meinte die liberale Orange. Lieber später, blockte die Volkspartei.
Gastinger blieb konziliant und bereitete den nächsten Anlauf vor. Sie blieb beharrlich und wartete auf ihre Chance. Setzte an die Spitze des Straflandesgerichts Wiens nicht den von ihrem Vorgänger gepushten FP-nahen Kandidaten, sondern eine politisch nicht punzierte Frau. Eine, als die sie sich selbst gern sieht: „Ich bin ein politischer Mensch, aber kein parteipolitischer.“
Zuletzt dürften die Bauchschmerzen, die ihr der orange Wahlkampf, aber auch der Ortstafel-Krampf in Kärnten bescherten, immer stärker geworden sein. Eine ihrer Aussagen zum Thema Integration klingt nun vielsagend: „Ich fühle mich oft ein wenig allein zwischen der Aggressivität von ganz rechts und der Weinerlichkeit von links.“ (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD, Printausgabe, 26. September 2006)
Schon mal überlegt dass, das "liberale"(was immer das denn sein soll) Element wohl nur stärker werden kann wenn man auch "Konvertiten" zulässt? Ist ja unglaublich selbstzufrieden einem Menschen jeglichen Fehler ewig vorzuhalten. Faktum ist, dass jeder einzelne Vorschlag der Ministerin in ihrem Fachbereich äusserst vernünftig und ausgewogen war. Faktum ist dass die aktuelle Praxis des Ministeriums ebenfalls vernünftig und ausgewogen ist und dabei sogar die Justiz als solches ständig "overruled" wird (z.b. begnadigungen). Aber ihr habt schon recht "fein sein beieeinander bleiben" nur wer schon in der mittelschule ein aufrechter linker war (obwohl wer war das nicht) hat das recht was zu sagen.
Das BZÖ? Ausländerfeindlich?
Aber jetzt wo Sie es sagen, Frau Gastinger, da fällt es mir auch wie Schuppen von den Augen.
Wenn so eine aufgeweckte Person wie Sie jetzt auch noch zur restlichen ÖVP-Wundertruppe stößt, bleibt mir wohl nichts mehr übrig, als diese weltoffenen, zukunftsorientierten und "besten Könner" auch mit meiner Stimme zu würdigen.
Hat die Dame die letzten 20 Jahre hinter dem Mond
verbracht oder war sie wirklich so naiv nicht zu
wissen, mit wem sie sich da eingelassen hat? Die
FPÖ/BZÖ oder wie auch immer dieses Ding heissen
mag, ist nicht erst seit dem Amtantritt Westenthalers
fremdenfeindlich, das war wohl jedem klar denkendem
Menschen bewußt, dazu mußte man kein politischer
Insider sein. Jetzt im Angesicht des sinkenden
Schiffes dieses verlassen zu wollen ist wohl eher
politischem Selbsterhaltungstrieb als später Einsicht
zu verdanken. KHG und Heide Schmidt lassen grüßen
Was ist der Unterschied? Sie hat sich von allem
Anfang an als Haiders Boxenluder verstanden, der
Umstand, dass die Farbe der Verpackung von Blau auf Orange geändert wurde hatte null Auswirkung
auf die Tatsache, dass es sich vorher wie nachher
um die gleiche Bande gehandelt hat.
hm, das BZÖ ist nicht per se fremdenfeindlich, die würden auch predigen, aliens freien unizugang zu ermöglichen, wären damit massig stimmen zu kriegen. die sind schlicht populistisch. die versprechen einfach alles für die wählergunst. und die gastinger hat seit anfang an gesagt, dass die deportierung von 300.000 ausländern totaler blödsinn ist und es dem wahlkrampf zugeschrieben.
allerdings glaub ich spielt da mit sicherheit kalkül mit. die wird nicht umsonst zu genau diesem zeitpunkt das BZÖ verlassen, bei der hat man eh schon immer den eindruck ghabt, die sei in wahrheit schwarz.
und dass die FPÖ BZÖ gebilde personell ziemlich instabil sind, haben uns ja die letzten 8 jahre oft bewiesen.
also überrascht hats mich nicht.
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