Bawag-Chef Nowotny: Vorwurf an Schüssel und Spendengerüchte abwegig

25. Oktober 2006, 21:10
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Bank-Generaldirektor kritisiert Versuche aller Seiten, über BAWAG politisches Kleingeld zu schlagen

Wien - BAWAG-Generaldirektor Ewald Nowotny, der seit Jänner dieses Jahres die Gewerkschaftsbank führt, hat sich am Montag Abend im Streit um den Kanzler-Flug nach Bulgarien vor mehr als drei Jahren hinter den VP-Bundeskanzler gestellt.

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel vorzuwerfen, dass er das Mobiltel-Projekt in Bulgarien unterstützte, halte er für "abwegig und absurd", sagte Nowotny am Abend bei einer Vortragsveranstaltung in Wien. Die Mobiltel-Transaktion sei im gemeinsamen Interesse der österreichischen und bulgarischen Seite gewesen. Für Bulgarien bedeutete der Investoreneinstieg bei dieser Telekommunikationsgesellschaft einen Modernisierungsschub und aus österreichischer Sicht handelte es sich um ein strategisches Investment. Es sei, so Nowotny, international üblich, dass es bei derartigen Projekten von öffentlicher Seite Unterstützung gibt.

Ebenso absurd ist in den Augen des BAWAG-Chefs, seit Wochen Gerüchte über Parteienfinanzerungen zu streuen - "ohne Anhaltspunkte, was unsere Bank betrifft".

Nowotny bedauerte heute Abend "Versuche aller Seiten, leider aller", sich über die BAWAG P.S.K. politisches Kleingeld zu verschaffen.

Er tröstet sich damit, dass der Wahlkampf bald vorbei ist. "Ich hoffe, das ist jetzt ein bisschen eine pathologische Zeit in der Woche vor der Wahl", und dass dann wieder Vernunft einkehre. (APA)

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