China macht Beziehungen zu Japan von Krieger-Ehrungen abhängig

2. Oktober 2006, 15:35
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Peking: Japanische Regierung soll von Schrein-Besuchen absehen

Brüssel - Einen Tag vor dem geplanten Amtsantritt des neuen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe hat China dem Land eine verbesserte Zusammenarbeit angeboten. Voraussetzung sei aber, dass die japanische Regierung das umstrittene Kriegerdenkmal Yasukuni nicht mehr besucht, sagte die chinesische Vize-Außenministerin Qui Yuanping am Montag bei einem Besuch in Brüssel.

China hoffe, dass Abe als neuer Regierungschef "die Angelegenheit" ruhig und angemessen handhaben werde. Dass Mitglieder der japanischen Regierung das Denkmal wiederholt besucht hätten, sei "die wichtigste Frage" in der Beziehung der beiden Staaten.

"Eine geschichtliche Angelegenheit"

"Wir werden alles tun, was wir können, um unsere Beziehungen mit Japan auszubauen", kündigte Qui an. "Es gibt nur eine Bedingung, dass nämlich die japanische Regierung Yasukuni nicht mehr besucht." Es handle sich dabei nicht um eine geschichtliche Angelegenheit, betonte die Vizeministerin, sondern um ein gegenwärtiges Problem, "weil es die Ansichten zu Krieg und Frieden zeigt". Abe, der am Dienstag sein neues Amt als Ministerpräsident übernehmen sollte, hatte in den vergangenen Wochen offen gelassen, ob er das Kriegerdenkmal - wie der bisherige Regierungschef Junichiro Koizumi - in seiner neuen Funktion besuchen werde.

China ist genau wie Südkorea erzürnt darüber, dass die japanische Regierung das Denkmal regelmäßig besucht, weil es darin ein Zeichen für die kriegerische Vergangenheit Japans sieht. Die chinesische Führung hat darüber alle Kontakte mit der japanischen Regierung abgebrochen. Das Yasukuni-Denkmal ehrt neben zweieinhalb Millionen Kriegstoten auch 14 zum Tode verurteilte japanische Kriegsverbrecher. (APA)

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