Petrom kauft Mehrheit an russischen Explorationsprojekten

10. Oktober 2006, 14:25
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Vertrag für Erwerb eines 74,9 Prozent-Anteils an Ringoil unterzeichnet - Russische Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen

Wien - Der rumänische Öl- und Gasproduzent Petrom, eine 51-prozentige Tochter der börsenotierten österreichischen OMV, hat in Russland die Mehrheit an Explorationsprojekten erworben. Petrom habe ein Übereinkommen zum Erwerb eines 74,9 Prozent-Mehrheitsanteils an Ringoil Holding & Trading Ltd, einem Unternehmen in Zypern, unterzeichnet, hieß es am Montag Abend in einer Pressemitteilung der OMV. Die noch ausstehende Zustimmung der russischen Wettbewerbsbehörde werde im Laufe des 4. Quartals 2006 erwartet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Das erworbene Portfolio umfasst acht Explorationslizenzen im Gebiet von Saratov, rund 1000 km südöstlich von Moskau entfernt, sowie eine Explorations- und Produktionslizenz im Gebiet von Komi, rund 1.200 km nordöstlich von Moskau. Der beschleunigte Aufbau eines nennenswerten Explorations- und Produktionsportfolios soll - über die erworbenen Lizenzen hinaus - "durch die weitere Akquisition von produzierenden Assets und die Teilnahme an Lizenzrunden erfolgen", hieß es.

Ringoil gehört laut Petrom internationalen und russischen Eigentümern, die über langjährige Erfahrung in Russland und den GUS Staaten mit Exploration und Produktion von Öl sowie dem Handel mit Öl- und Mineralölprodukten und der Durchführung von Bohrprojekten verfügen. Das Unternehmen hält jeweils 100 Prozent an sechs russischen Firmen, die über ein "prospektives" Explorationsportfolio im Land verfügen. Das Management dieser russischen Firmen sitze in Moskau, insgesamt seien inklusive der Aktivitäten vor Ort rund 60 Mitarbeiter tätig, hieß es. Die entsprechenden Verträge wurden am 25. September 2006 unterschrieben.

"Wichtiger Schritt"

"Der Einstieg in das russische E&P-Geschäft ist ein wichtiger Schritt, der die Bedeutung von Petrom in der OMV Wachstumsstrategie verdeutlicht", kommentierte Petrom-Vorstandsvorsitzende Mariana Gheorghe den Deal. Mit den erworbenen russischen E&P-Assets stärke das Unternehmen seine Position als wichtiges Standbein für künftiges Wachstum des gesamten OMV-Konzerns.

Der Erwerb entspreche der Unternehmensstrategie, Russland und die kaspische Region als Kerngebiet für den E&P-Bereich aufzubauen, meinte Petrom-Vorstand für Exploration und Produktion, Werner Ladwein. Der Einstieg biete eine gute Plattform für die Expansion "in einem der öl- und gasreichsten Länder der Welt". Das Steuerungsgremium des Unternehmens werde aus vier Mitgliedern von Petrom/OMV und zwei Mitgliedern des Verkäufers bestehen.

Die C1-Reserven ("sichere Reserven nach russischen Standards") liegen laut Petrom bei 13 Mio Barrel. Darüber hinaus sehen die Experten von Petrom und OMV "substantielles Potential" für Ölfunde in den Explorationsblöcken. Bis 2011 sollen rund 20.000 Quadratkilometer 2D- und rund 3.000 Quadratkilometer 3D-Seismik gemessen werden, bis 2013 ist geplant, rund 40 Explorationsbohrungen durchzuführen. Die neuen Projekte zeichneten sich durch eine attraktive geografische Lage aus, die ganzjähriges Arbeiten zulasse, hieß es weiter. (APA)

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