Italiener trauern um ihren "Tocai"

14. März 2007, 13:24
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13-jähriger Kampf entschieden. Ungarische Winzer genießen ab April 2007 einen Marken-Schutz für Tokajer

Rom - Die italienische Winzer trauern um ihren "Tocai". Nach einem 13-jährigen Kampf müssen die friulanischen Weinproduzenten resignieren: Ungarische Winzer genießen ab April 2007 einen Marken-Schutz für ihren Tokajer. Gegen die Rechtsprechung des höchsten europäischen Gerichtes ist kein Rechtsmittel möglich, berichteten italienische Medien. Der italienische Tocai wird künftig nur noch "Friulano" vom Namen der norditalienischen Heimatregion heißen.

Italienische Winzer in der Region Friaul wollten ihre Sorten Tocai friulano nach dem 31. März 2007 unter dieser Bezeichnung weiter vermarkten. Dafür hätte der EuGH ein Abkommen zwischen der EU und Ungarn von 1993 für nichtig erklären müssen, dass dem Tokajer nach einer 13-jährigen Übergangsfrist den Schutz gewährt. Die Richter meinten, die italienischen Winzer hätten ausreichend Zeit gehabt, alternative Bezeichnungen einzuführen.

"Eine Schande"

"Es ist eine Schande, wir sind eines Teils unserer Kultur beraubt worden. Der neue Name ist fürchterlich und kann unseren Tocai nicht ersetzen", kritisierte die Weinproduzentin Gianola Nonino. Irritiert erklärte sich auch der Winzer Marco Felluga. "Es ist, als dürften wir unsere Pizza nicht mehr 'Pizza' nennen".

Der ungarische "Tokaji" wird vornehmlich aus Furmint-Trauben, der französische "Tokay d'Alsace" aus Pinot Gris und der "Tocai" aus Italien bzw. der "Tokaj" aus Slowenien aus der Sorte Tocai friulano gekeltert, die auf Sauvignon-Reben zurückgeführt wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist der Tocai friulano eine autochtone Rebsorte des Friaul, zumindest ist man im Friaul felsenfest davon überzeugt. Er war dort auf Grund seiner hohen Erträge sowie seines freundlich-fruchtigen Geschmacks stets den Hauswein der Winzer. (APA)

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    Ungarischer Tokajer

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