Reaktionen: "Abgekartetes Spiel"

Redaktion, 26. September 2006 13:19

Van der Bellen: Erkenntnis "reichlich spät" - SP-Klubchef: Kein Jobangebot für Gastinger - FPÖ: Gastinger will sich "politischem Untergang" entziehen

Wien - -Parteichef Alexander Van der Bellen ist vom BZÖ-Austritt der Justizministerin nicht beeindruckt. "Die Erkenntnis von Justizministerin Karin Gastinger, dass das BZÖ ausländerfeindlich ist, kommt reichlich spät", so Van der Bellen am Montag in einer Aussendung. Schließlich habe BZÖ-Chef Peter Westenthaler bereits am 30. Mai seine "Deportationspläne" für 300.000 Ausländer angekündigt - Gastinger habe das damals zur Kenntnis genommen, ohne Konsequenzen zu ziehen.

Kritik übt Van der Bellen auch an ÖVP und SPÖ: An der ÖVP, weil sie das BZÖ immer noch als möglichen Koalitionspartner sieht, und an der SPÖ, weil sie "in zentralen Menschenrechtsfragen" wie dem Fremdenrecht zuletzt "auf einer Linie mit dem BZÖ" gewesen sei.

SP-Klubchef: Kein Jobangebot für Gastinger

Der geschäftsführende SPÖ-Klubobmann Josef Cap sieht den angekündigten Austritt von Justizministerin Karin Gastinger aus dem BZÖ skeptisch: "Das ist ein abgekartetes Spiel", meinte er am Montag im Gespräch mit der APA, nach der Wahl werde sie wohl als "so genannte Parteifreie" in die Regierung einziehen. Grund, ihr ein Amt anzubieten, sieht Cap nicht.

Stattdessen gab es Kritik an Gastingers Politik: "Sie ist mitverantwortlich für die Rolle der Justiz", meinte Cap in Hinblick auf die Rolle des mit der BAWAG-Affäre betrauten Staatsanwalt Georg Krakow. Diesem wirft Cap seit langem vor, sich von der ÖVP einspannen zu lassen. Erst durch Drängen der SPÖ seien Untersuchungen eingeleitet worden. Cap: "Es war immer unsere Kritik, dass sie nichts unternommen hat."

Auch Gastingers Begründung für den Parteiaustritt, sie wolle in keiner politischen Bewegung tätig sein, die ausländerfeindlich ist, schenkt Cap keinen Glauben. "Diese Form der Politik hat es immer gegeben, im BZÖ und in der FPÖ." Und weiter: "Da hätte die Werbefirma der ÖVP schon eine bessere Begründung schreiben können."

"Das orange Kasperltheater neigt sich dem Ende zu"

FP-Generalsekretär Harald Vilimsky reagiert hämisch auf den Austritt von Justizminister Karin Gastinger aus dem BZÖ. "Das orange Kasperltheater neigt sich dem Ende zu", sagte er im Gespräch mit der APA. Ihre geäußerten Austrittsmotive - die "ausländerfeindlichen" Aussagen von BZÖ-Chef Peter Westenthaler - wollte Vilimsky nicht glauben. "Es sollte für eine Ministerin rascher ersichtlich sein als fünf Tage vor der Wahl, in welcher Gruppe sie sitzt."

Vielmehr sehe es so aus, als ob Gastiner versuche, "sich dem politischen Untergang zu entziehen. Sie hat bis zum Schluss den Ministerposten besetzt, und als sie gesehen hat, es geht sich nicht aus, hat sie sich abgesetzt", so Vilimsky.

Ein Angebot der FPÖ an Gastinger werde es "sicher nicht" geben, sagte der FP-Generalsekretär. Sie sei auch nie FPÖ-Ministerin gewesen. "Sie ist einfach von Haider (Jörg, Anm.) geholt worden. Keiner in der Partei hat sie gekannt. Sie war eine reine Haider-Frau", sagte Vilimsky.

Gastinger-Austritt aus BZÖ verwundert LH Pröll nicht

Bei der Politik, die Peter Westenthaler betreibe, dürfe man sich nicht wundern, dass die eigenen Parteifreunde davon laufen, sagte Landeshauptmann Erwin Pröll am Montagabend bei einer Wahlveranstaltung der Volkspartei NÖ in Maria Enzersdorf-Südstadt. Justizminister Karin Gastinger bezeichnete er als "Persönlichkeit, die überall eine Bereicherung ist".

Ob es sich bei dem Partei-Austritt der Ministerin aus dem BZÖ um ein "Modell Grasser" handeln könne, ließ Pröll unkommentiert. Personalentscheidungen seien ausschließlich "Chefsache", in diesem Fall von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

Al-Rawi begrüßt mutigen Schritt

Der Integrationsbeauftragte der islamischen Glaubensgemeinschaft Omar Al-Rawi begrüßt den Rückzug von Justizministerin Karin Gastinger aus dem BZÖ als "mutigen Schritt" gegen ausländerfeindliche Politik. Gleichzeitig rechne er als "Betroffener der Westenthaler-Hetze" der Ministerin persönlich hoch an, dass sie sich in einem langen Telefonat für die Verwendung des gefälschten Halbmond/Gipfelkreuz-Briefs durch den BZÖ-Obmann persönlich entschuldigt habe. (APA/Red)

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Tschurndorf
26.09.2006 12:45
der cap

bringt es jeden tag zur dümmsten meldung im gesamten wahlkampf.

bekommt er am 2. oktober für soviel blödheit einen pokal?

Stipso Stipsic
26.09.2006 11:32

Irgendwann wird Haider den Schüssel in die Pappen haun: vor vier Jahren den Grasser und jetzt die Gastinger. Als nächstes wird Schüssel die Frau vom Haider heiraten - Gott ist gerecht.

Walter S.1
26.09.2006 11:25
Also ...

.. irgendwie verläuft sich die ganze Diskussion schon zu Tode. Es wird Zeit für neues Napalm *ggg*;-)

Spass beiseite ...

... am 2. Oktober ist das alles Schnee von gestern.

Worauf ich aber schon gespannt bin, ist die Offenlegung der ÖGB-Bilanz. Leider weigerte sich der große Häuptling, seines Zeichen von Manitus Gnaden von seinem Voränger eingesetzt, sie noch vor der Wahl offenzulegen.

Als dann, "hugh", ich habe gesprochen *ggg*;-)

Rappelkopf
26.09.2006 11:08
Niemand braucht das BZÖ

ausser Haider - nicht mal der Hojac war Anfangs zu überzeugen,
daß diesen Verein wer braucht...
Gastinger wurde -zu recht - einfach übel vom Gestank rings um sie.

Peterk K
26.09.2006 11:06
Weder abgekartet, noch Netzwerk. Denn wir leben

zum Glück in einer Demokratie, deren 3 Säulen völlig unabhängig voneinander sind und so keinerlei Einfluß auf die Bestellung der obersten Richter gegeben ist. Die Legislative kennt nur Abgeordnete, die völlig frei nach ihrem Gewissen abstimmen, so unabhängig, daß selbst Gesetze, worüber abgestimmt wird nicht von allen gekannt werden. Da gibts auch keine Querverbindungen zu Medien und schon gar nicht zu Banken. Bei uns herrscht Transparenz, wir werden über alles informiert und wir wissen genauest Bescheid, wer unser Steuergeld erhält. Bei uns haben alle die gleichen Chancen, Stellen werden so ausgeschrieben, daß es nur auf das Profil ankommt und nicht auf Intervention und vor allem werden wir gerecht nach Leistung bezahlt!Was wollt ihr noch?

Bogumir Orioltschaschtscha
 
26.09.2006 10:10
Ein Masterplan dahinter.....

Alle Versuche der ÖVP laufen darauf hinaus, dass BZÖ und Dr. Martin nicht in den Nationalrat kommen sollen. Denn nur unter dieser Bedingung geht sich Schwarz / Grün aus und Schüssel kann dann verhandeln mit SP und den Grünen. SIC! Diese beiden haben aber nur eine Option; Schüssel aber zwei!!!!!

Violett
26.09.2006 11:31
Quatsch

Was hindern SP und Grüne daran die Koalitionsverhandlungen mit Schüssel platzen zu lassen und Rot-Grün einigt sich in Parallelverhandlungen. Das ergäbe jedenfalls eine sichere relative Mehrheit (ca. 48%, das wäre möglicherweise auch schon eine absolute Mandatsmehrheit). Das wäre dann die verdiente Rache an Schüssel, der es 1999 genauso gemacht hat: Scheinverhandlungen mit der SP und eine rasche Einigung mit Haider. Was folgte, wissen wir leider Alle nur zu gut ...

Bogumir Orioltschaschtscha
 
26.09.2006 15:50
Derzeit die Umfragen, sehr wahrschiedlich das Wahlergebnis!

Weil ÖVP mehr Stimmenn als SPÖ, und Grüne mehr als FPÖ haben sollten, ist Ihre großartige Rechnung - Quatsch - übergetitelt besonders amüsant! Danke für den Beitrag!

salix1
26.09.2006 09:45

lt. gastinger haben führende bzlö gesagt, dass sich nach den wahlen, sich in der politik bei der bzlö sich vieles verändert. gibt es dann wieder eine abspaltung?
zur gastinger persönlich, wenn eine justizministerin von "die blöden Wahlen" spricht, dann ist dies aussagekräftig genug, denn als demokratien, kann man sie bei gott nicht, bezeichnet werden, die verhaidersierung, nimmt seinen lauf.
sollte sie kanditatin der övp werden, so dankt diese partei ab, weil es ihr anscheindend nicht gelingt, aus ihren eigenen parteimitgiedern/innen jemanden für das justizministerium zu finden (in der övp wird mit dem ellbogen um posten gekämpft, dass dabei oft nur der ..............................) .

Albert Herzig
26.09.2006 10:38

wieso dankt eine Partei ab wenn sie eine parteifreie kompetente Justizministerin behalten will?

Ich fürchte hier spricht der Neid....

Hatte nicht auch die SPÖ in den 90ern mit Michalek einen parteifreien Justizminister gestellt- oder täuscht mich die Erinnerung?

salix1
26.09.2006 11:45

bis gestern war die gastinger noch ein bzö mitglied, wer sagt mir, dass sie es nach dem sonntag nicht wieder ist. nach dem motto vom jörg haider "bin schon wieder da", "nein ich bin schon wieder weg". mit neid hat das gewiss nichts zu tun, aber für dumm verkaufen, lass ich mich nicht. mfg

Violett
26.09.2006 11:38
Ja natürlich,

aber wenn's das schon ausgraben, dann bitte genauer: Michalek war Jusitzminster in einer großen Koalition und wurde nach der Wahl von der SP vorgeschlagen. Grasser und möglicherweise jetzt Garstinger wurden/werden im Wahlkampf für den Stimmenfang benutzt und ihnen ein Amt bereits vorher zugesichert, bevor noch das Fell des Bären erlegt ist. Das ist schon ein Unterschied.

Black Widdow
26.09.2006 09:42
Schüss*lchen wird sie doch an sein Herzchen drücken

bei abgelegten PolitikerInnen hat er ja schon Übung ;-) und sie passt ja auch viel besser dorthin!

paul kallai
26.09.2006 09:32
ratten verlassen.....

die ratten verlassen das sinkende schiff. das das bzö ausländerfeindlich ist kann doch nur ein witz sein.

Rhaegar Targaryen
26.09.2006 09:14
scheint eine sehr kluge frau zu sein...

hat ja nur ein paar Monate benötigt um hinter die Ausländerfeindlichkeit ihrer Partei zu kommen, sowas zeugt doch von kompetenz und intelligenz.

Vielleicht, aber auch nur vielleicht ging es der guten Frau aber doch nur darum auch in Zukunft auf ihren Sessel kleben zu bleiben.

lopi lugner
26.09.2006 09:57

ja, und jetzt liegt die gute Frau flach vor dem Bundeskanzler. Ihre sogenannten liberalen Gedanken muss sie auch bei der ÖVP abschminken. So kommt man vom Regen in die Traufe. Recht so.

oag
26.09.2006 08:55
Schüssel Schmäh

Die Idee ist mit Sicherheit von Wolfgang Schüssel gekommen - dass Gastinger an ihrem Posten hängt und mitspielt ist natürlich klar - anderenfalls wäre sie -wie die übrigen Orangen auch - ab nächstem Sonntag arbeitslos und nicht vermittelbar.

Fetz Pepi
26.09.2006 08:43

Eine Haider - Frau die Haider auf den Kopf fällt, in der Auswahl unverlässlicher und unfähiger Personen war er immer ein ganz großer Meister.

Toni Meister
26.09.2006 08:31
Kein SPÖ -Angebot aus gutem Grund

Nach meiner Beobachtung von außen hat es die SPÖ nicht notwendig, Frau Gastinger ein Angebot zu machen.Im Gegensatz zur ÖVP, wo eine Frau Fekter als Justizsprecherin die strenge Nummer spielt, hat die SPÖ mit Justizsprecher Dr. Jarolim einen seriösen Juristen und profunden Fachmann für ein Justizressort.

Ich bin Avocado
26.09.2006 11:21
Stimme Ihnen zu

Ich halte Jarolim für eine der großen Zukunftshoffnungen der SPÖ. Nicht nur fachlich ausgezeichnet, sondern auch menschlich meiner Meinung nach schwer OK.

menpower
26.09.2006 11:12
jaja der karolim, der jarolim

der regt sich zwar im parlament auf (hat die meisten ordnungsrufe glaube ich), kennt aber nicht einmal die gesetzeslage zu den punkten, über die er sich aufregt (stichwort gemeinsames sorgerecht)

das sollte enem zu denken geben

vorübergehend eingefroren
26.09.2006 08:49
unter einem jarolim fährt die

spö einen justizpolitischen geisterkurs zwischen schwanken und umfallen. frau dr. fekter hingegen steht für eine nachvollziehbare justizpolitik mit verstand und augenmaß.

Mutantenwastl
26.09.2006 12:34

na solang du oder die menpower nicht Justizminister werden ist alles gut

D S
26.09.2006 10:40
parteisoldat

und schon wieder ein kampfposter....

menpower
26.09.2006 11:16
für die ach so

intellektuellen linken wähler ein sehr schwaches posting

jaja, wenn die argumente fehlen, dann werdens untergriffig die linken und im speziellen die roten

da sind nur wenige unterschiede zu den orangen

aber wer einen negativwahlkampf fährt, wird auch seine rechnung erhalten

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