Take 5: Fünf Institutionen im MuseumsQuartier feiern Geburtstag

3. Oktober 2006, 15:30
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Architekturzentrum, Kunsthalle, Mumok, Leopold Museum und Tanzquartier laden zu Sonderführungen, DJ-Lines und Party bis 24 Uhr - Fünf-Euro-Ticket am 30. September

Wien - Kunstgenuss hoch fünf: "Take 5" heißt es am kommenden Samstag (30.9.) im Wiener Museumsquartier. Mit verlängerten Öffnungszeiten, speziellen Programmpunkten und einer Party feiern fünf Institutionen ihr Fünfjahres-Jubiläum seit der Eröffnung im MQ.

"Auch fünf gemeinsame Jahre der guten Nachbarschaft"

Das Architekturzentrum Wien (Az W), die Kunsthalle Wien, das Museum Moderner Kunst (MUMOK), das Leopold Museum sowie das Tanzquartier Wien laden ihre Geburtstagsgäste für fünf Euro zu einem kulturellen Fest. Gefeiert wird laut Einladung auch "fünf gemeinsame Jahre der guten Nachbarschaft". Ab 17 Uhr können alle aktuellen Ausstellungen sowie die Sonderprogramme des "Feierabends" besucht werden.

Fertigstellung des Museumsquartiers um 145 Millionen Euro

Für umgerechnet 145 Mio. Euro (2 Milliarden Schilling) wurde das Wiener Museumsquartier nach jahrelangem Hin und Her zwischen Kulturpolitik, Denkmalamt und Bevölkerung im Jahr 2001 fertig gestellt. Doch schon zuvor diente der barocke Bau nach jahrhundertelangem Dasein als Stallungsgebäude als Stätte für Kunst und Kultur: Den Auftrag für das heutige Hauptgebäude kam 1713 von Kaiser Karl VI. an Johann Bernhard Fischer von Erlach, die Fertigstellung der Hofstallungen erfolgte 1725 durch dessen Sohn Joseph Emanuel.

Ab 1921 Messeareal

Nach dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde das Gebäude vorerst nutzlos, erst ab 1921 wurde der Bau als Messe-und Ausstellungsareal genutzt. 1985 wurde der Messepalast erstmals als Veranstaltungsort der Wiener Festwochen verwendet, in den folgenden Jahren gab es immer wieder Gespräche über die Schaffung eines Museumsquartiers, die Anfang der 90er-Jahre auf hoher politischer Ebene für Zündstoff sorgte.

1998 mit der Bebauung des Areals begonnen

Erst nach vielen Adaptierungen der ursprünglichen Idee wurde 1998 mit dem Bau des von Laurids und Manfred Ortner geplanten Areals begonnen, als Aushängeschild dienen die beiden quadratischen Neubauten von Leopold Museum und MUMOK. Das MQ zählt mit seinen 60.000 Quadratmetern zu den größten Kulturarealen der Welt. Nicht realisiert wurde ein 64 Meter hoher Leseturm, der u.a. im Zentrum der Diskussionen gestanden war. 2001 wurde das MQ schließlich eröffnet, seither ist es aus dem Wiener Stadtbild nicht wegzudenken.

Erfolgsgeschichte

Fünf Jahre später blickt das umkämpfte Projekt auf eine Erfolgsgeschichte zurück: Hatte man zu Beginn mit einem jährlichen Besucherstrom von 1,1 Millionen Kunstinteressierten gerechnet, erwartet man für 2006 3,2 Millionen Besucher. Jedoch schönt diese offizielle Zahl die Situation der dort ansässigen Museen: Nur rund ein Drittel des Areal-Publikums besucht auch eine der Veranstaltungen und Institutionen (ca. 1,19 Mio. im Jahr 2005). In den Jahren 2002 bis 2005 wurden im MQ rund 9,5 Millionen Besucher gezählt, inklusive der für heuer erhofften Zahlen würde das eine Bilanz von rund 12,7 Millionen in fünf Jahren ergeben. (APA)

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    foto: derstandard.at / moser
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