SPÖ-Kritik am Mitarbeitertag

10. Oktober 2006, 14:13
posten

Kritik am schwach besuchten ÖBB-Mitarbeitertag als "teures Megaevent, um Verfehlungen zu beschönigen"

Wien - Der ÖBB-Mitarbeitertag am vergangenen Samstag, zu dem lediglich knapp 4.000 der 44.000 Beschäftigten kamen, hat nun auch ein politisches Nachspiel. Das "teure Mega-Event" habe dem Management nur dazu gedient, "der Öffentlichkeit eine heile Welt vorzugaukeln und sich selbst abzufeiern", kritisierte SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim am Montag in einer Aussendung. Auf Kritik stießen auch die Kosten der Veranstaltung: Laut ÖBB liegen diese bei einer Mio. Euro, nach Gewerkschaftsangaben war sie doppelt so hoch.

Jarolim sieht nun Verkehrs-Staatssekretär Helmut Kukacka (V) in der Pflicht. Dieser sollte die "Missstände bei dem Staatsbetrieb" beseitigen. Detail am Rande: Verkehrsminister Hubert Gorbach (B), der sich in den vergangenen Wochen kaum noch öffentlich zu Verkehrsthemen äußerte, ließ Jarolim gänzlich unerwähnt.

Kritisch äußerte sich Jarolim auch zu der vermeintlichen "Pro-ÖBB-Demo" beim Mitarbeitertag. Wie berichtet waren überraschend eine Hand voll junger Männer mit Transparenten aufgetaucht, auf denen die ÖBB gelobt wurden. Wie sich später herausstellte handelte es sich dabei um eine von den ÖBB finanzierten Aktion, wobei keiner der "Pro-ÖBB-Demonstranten" Mitarbeiter der Bahn ist. Die Aktion wurde nach wenigen Minuten beendet. "Legitime Proteste der unzufriedenen Belegschaft gegen diese untragbaren Zustände versuchte die Unternehmensleitung mittels bezahlter Gegendemonstranten zu beschwichtigen", so Jarolim. (APA)

Share if you care.