"Wir sind kein Bürohotel"

15. Jänner 2007, 09:41
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Kaum wahrgenommen, hat sich bena zu einem der größten österreichischen Anbieter von Kleinbüros entwickelt. Ein Interview mit Dinko Ivasic

Der Operations-Manager erklärt im Gespräch mit Gerhard Rodler, warum die unterdurchschnittliche Popularität durchaus im Sinne des Unternehmens ist.

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STANDARD: Mit 11.000 Quadratmeter Gesamtfläche stellen Sie gerade einen der größten Kleinbürostandorte Mitteleuropas fertig. Ist das nicht eine Nummer zu groß für einen Newcomer wie bena?

Dinko Ivasic: Ich würde uns nicht als Newcomer bezeichnen. Im Laufe unseres 15-jährigen Bestehens wurden in unseren Objekten in Simmering und im Fischhof in der inneren Stadt rund 350 Unternehmen angesiedelt und betreut. Im Übrigen verfügt das Bürocenter Nineteen im 19. Wiener Gemeindebezirk über ein serviciertes Konferenzzentrum und über flexibel verstellbare Einzelräume, ausgestattet mit High-End-Kommunikationstechnologie.

STANDARD: Wann ist aus Ihrer Sicht die kritische Größe erreicht, da es für Unternehmen nicht mehr rentabel ist, Ihre Bürodienstleistungen in Anspruch zu nehmen, sondern eine eigene Infrastruktur aufzubauen?

Ivasic: Ab einer Mitarbeiterzahl von 20 bis 25 Personen an einem Standort ist es billiger, das selbst zu machen.

STANDARD: Ich hätte die Latte niedriger angesetzt.

Ivasic: Bei einer solchen Betrachtung lügt man sich in den eigenen Sack. Neben den reinen Personalkosten müssen Sie auch die gesamte IT-Infrastruktur in Rechnung nehmen. Und diese muss ja alle paar Jahre komplett erneuert werden. Auf Basis unserer langjährigen Erfahrung im Hightech-Bereich haben wir im Simmeringer Bürostandort SIG hinsichtlich zeitgemäßer Büroinfrastruktur völlig neue Maßstäbe gesetzt. Den Mietern stehen gekühlte Serverräume, Glasfaser-Backbone und das IP-Telefoniesystem Cisco mit redundanten Standleitungen zur Verfügung.

STANDARD: Trotzdem erscheint gerade das Center Nineteen als großes Wagnis.

Ivasic: Das sehe ich nicht so. Wir haben uns in den zurückliegenden drei Jahren verdreifacht, in diesem Tempo wollen wir auch in den nächsten Jahren weitermachen. Die Nachfrage im Nineteen ist sehr gut. Es sind schon jetzt, obwohl das Center noch nicht einmal eröffnet ist, 15 Kunden angesiedelt. Innerhalb der kommenden 16 bis 24 Monate wollen wir voll sein. Das ist mehr als realistisch.

STANDARD: Gibt es für derartige Kleinbüros ein ausreichend großes Kundenpotenzial?

Ivasic: Österreich ist bekannt für seine Klein- und Mittelbetriebe, 90 Prozent der Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter. All diese Unternehmen kommen für die Inanspruchnahme von Bürodienstleistungen grundsätzlich infrage. Neben der Kernzielgruppe der Wiener KMUs zählen Firmen-Dependancen von Unternehmen aus den Bundesländern ebenso zu unseren Kunden wie internationale Tochtergesellschaften. Unter den derzeitigen Mietern befinden sich Unternehmen wie etwa der englische Baumaschinenhersteller JCB, der US-Amerikanische Hersteller von Medizinsystemen American Medical Systems oder Europas größter privater Wetterdienst meteomedia.

STANDARD: Das klingt nach großen Flächen.

Ivasic: Mit 8000 Quadratmeter Gesamtfläche, aufgeteilt in Kleinbüros ab 15 Quadratmeter, hat sich das SIG seit seiner Gründung 1989 zu einer echten Institution für Technologieunternehmen entwickelt.

STANDARD: Wie kommt es, dass bena so einen leisen Ruf hat? Bei Kleinbüros denke ich eher an Anbieter wie Regus oder Ihr Büro?

Ivasic: Wir stellen unser Unternehmen bena nicht in der Vordergrund. Wir sind eben kein Bürohotel, das sich in erster Linie selbst vermarktet.

STANDARD: Wie äußern sich diese Unterschiede?

Ivasic: Beispielsweise meldet sich bei uns der zentrale Empfang prinzipiell mit dem Namen der jeweils angerufenen Firma. Und auch bei persönlichen Besuchen stellen wir unsere jeweiligen Mieter absolut in den Vordergrund, wir bleiben lieber im Stillen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23./24.9.2006)

  • Dinko Ivasic, Operations-Manager von bena: "Wir stellen unser Unternehmen nicht in der Vordergrund. Wir sind eben kein Bürohotel, sondern bleiben lieber im Stillen."
    foto: bena

    Dinko Ivasic, Operations-Manager von bena: "Wir stellen unser Unternehmen nicht in der Vordergrund. Wir sind eben kein Bürohotel, sondern bleiben lieber im Stillen."

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