Japan und Europa ringen um Wachstumsmärkte

8. Oktober 2006, 18:04
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Japaner und Europäer liefern sich in den kommenden fünf Jahren einen Zweikampf um die Wachstumsmärkte der Pkw-Industrie

Wien - Japaner und Europäer liefern sich in den kommenden fünf Jahren einen Zweikampf um die Wachstumsmärkte der Pkw-Industrie, die krisengeschüttelten US-Konzerne werden dem globalen Verteilungskampf aus den hinteren Reihen zusehen müssen. Dies sagt eine am Montag veröffentlichte Studie der internationalen Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) voraus. Die Produktion - und damit Jobs - werden freilich großteils weder in Japan noch in Europa, sondern in den Wachstumsmärkten selbst entstehen, den so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Indien, Russland, China).

37 Automobilhersteller

Insgesamt werden im Jahr 2010 weltweit um 8,6 Millionen Pkw mehr verkauft als 2005, heißt es in der Studie mit dem Namen "Global Automotive Financial Review 2006". PwC untersuchte für ihre Analyse die Geschäftsberichte und Prognosen von 37 Automobilherstellern.

Den bei weitem größten Teil des neu zu verteilenden Kuchens wird Toyota für sich gewinnen können - der Autoriese ist schon seit 2004 die Nummer zwei auf dem Weltmarkt. Mehr als ein Viertel des prognostizierten Zuwachses oder 2,3 Millionen Autos zusätzlich sollen von dem japanischen Hersteller kommen, der die weltweite Nummer 1, General Motors Motors, in den nächsten Jahren überholen dürfte. GM selbst ist in der Liste der Top 10 der Wachstumskaiser gar nicht vertreten.

Französisch-japanische Allianz

Am zweitstärksten soll die französisch-japanische Allianz Renault-Nissan vom Wachstum der nächsten Jahre profitieren (15,8 Prozent des Produktionszuwachses), knapp vor Hyundai (Korea; 14,9 Prozent) und VW (12,3 Prozent). Es folgen Fiat (5,5 Prozent), Peugeot-Citroen (5 Prozent), Honda (4,9 Prozent) und DaimlerChrysler (4,9 Prozent). Erst auf Platz neun rangiert mit Ford (4,2 Prozent) ein US-Konzern. Der chinesische Autobauer SAIC, der sowohl mit GM als auch mit VW kooperiert, findet sich auf dem 10. Platz.

40 Prozent der zusätzlichen Produktion bis 2010 kommt freilich aus Brasilien, Russland, Indien und China, dem wichtigsten Wachstumsmarkt. Das "Reich der Mitte" wird laut PwC heuer 5,4 Millionen Autos herstellen und damit Deutschland als drittgrößtes Pkw-Produzentenland der Welt überholen.

Deutschland darf sich dafür rühmen, die profitabelsten Firmen der Branche zu beherbergen, schreiben die Experten von PriceWaterhouseCoopers. Der gewinnträchtigste unter den analysierten Herstellern ist mit großem Abstand Porsche. Und die deutschen Zulieferkonzerne Bosch und Continental werden mit einer Bruttomarge von 32 und 25 Prozent nur von Bridgestone (Japan) und Eaton Corp. (USA) übertroffen. (APA)

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