ProSiebenSat.1 steht anscheinend kurz vor Verkauf

3. Oktober 2006, 09:11
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Genannte Investoren dementieren ihre Kaufabsicht

Der US-Milliardär Haim Saban will laut Magazinberichten seinen ProSiebenSat.1-Anteil möglichst schnell verkaufen. Laut dem Wirtschaftmagazin Focus gibt es bereits Verhandlungen mit den Finanzinvestoren Apax Partners und der US-Investmentbank Goldman Sachs, zu denen auch der französische TV-Sender TF1 gehört. Als Grund für den Verkauf führt Focus angebliche Steuerschulden von Saban an. Dieser brauche das Geld aus dem Verkauf angeblich, um Steuerschulden zu decken. Vor US-Behörden gab er kürzlich zu, dass er Aktiengewinne in Höhe von 300 Millionen Dollar nicht versteuert habe.

Versuche

Bereits im Februar gab es Versuche, den Münchner ProSiebenSat.1-Konzern an den Springer-Verlag zu verkaufen. Damals war der Deal aber an den Einwänden des deutschen Bundeskartellamts und der Medienaufsicht KEK gescheitert. Die Preisvorstellungen des Besitzers sind inzwischen anscheinend gestiegen. Der Axel Springer AG hat man zu Beginn des Jahres noch ein Angebot von 23 Euro pro Aktie unterbreitet, was einem Kaufpreis von rund 2,5 Mrd. Euro für sämtliche Anteile von Saban bedeutet hätte. Sein neuer Wunschpreis liegt angeblich bei 30 Euro, wie es in Finanzkreisen heißt.

Interesse

Der französische Fernsehsender TF1, der in Zusammenhang mit Apax und Goldman Sachs genannt wurde, dementiert jedoch die Berichte, wonach er sich den Bietern angeschlossen hätte. Laut Berichten der Financial Times Deutschland, seien die Verhandlungen aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen derzeit eingefroren. Eine Zusammenarbeit von TF1 und dem Bieterduo gebe es allerdings nicht. Nach dem gescheiterten Verkauf an Springer habe Saban verlautbart, ProSiebenSat.1 noch mindestens ein Jahr behalten zu wollen. Die Gerüchteküche um mögliche Interessenten ist seitdem jedoch nicht verstummt. (pte)

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