Männer für gleichwertige Arbeit um 30% besser bezahlt

27. Juni 2000, 16:53

Diskriminierung in der Schweiz

Zürich - Männer verdienen in der Schweiz für eine gleichwertige Arbeit im Durchschnitt rund 30 Prozent mehr als Frauen. Laut einer vom Bundesamt für Statistik und dem Eidgenössischen Gleichstellungsbüro in Auftrag gegebenen Studie sind rund 60 Prozent dieser Differenz auf diskriminierendes Verhalten zurückzuführen. Laut der Studie kommen bestimmte lohnbeeinflussende Faktoren bei Männern und Frauen unterschiedlich zum Tragen.

Ehe wertet Männer auf

So wirke sich eine Ehe bei den Männern lohnsteigernd aus, da die Arbeitgeber sie mit einer grösseren Stabilität verbinden. Bei den Frauen habe die Ehe jedoch negative Auswirkungen auf die Entlöhnung. Dies sei vor allem auf das Vorurteil der Arbeitgeber zurückzuführen, dass verheiratete Frauen weniger lang im Betrieb bleiben, weil sie Kinder haben werden. Im öffentlichen Sektor bestehe praktisch Lohngleichheit, und Frauen würden dort fast 20 Prozent mehr verdienen als in der Privatwirtschaft.

Selbst bei Beförderungen weniger Entgelt

Lohndiskriminierungen gebe es in der Privatwirtschaft auch auf den oberen Hierarchiestufen. Bei gleichen Beförderungen steige das Gehalt von Frauen meist weniger als das von Männern. Teilzeitarbeit wirke sich bei Frauen jedoch positiv auf die Entlöhnung aus. Während Teilzeit beschäftigte Frauen einen Bonus von rund sechs Prozent erhalten, bringe Teilzeitarbeit für Männer keine bessere Entlöhnung.
(Reuters)

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