Afghanische Frauen-Beauftragte in Kandahar ermordet

19. Oktober 2006, 13:08
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Safia Hama Jan war gerade auf dem Weg zur Arbeit - UNO "entsetzt über sinnlosen Mord"

Kabul/Islamabad/Berlin - Die höchste Vertreterin des afghanischen Frauenministeriums in der Provinz Kandahar ist am Montag bei einem Anschlag getötet worden. Safia Ahmed Omar Jan wurde vor ihrem Haus von zwei auf einem Motorrad fahrenden Männern erschossen, wie ihre Behörde mitteilte. Sie war als entschlossene Kämpferin für Frauenrechte bekannt und hatte Kandahar auch in den schlimmsten Kriegsjahren nicht verlassen.

"Sinnloser Mord"

Die Vereinten Nationen verurteilten den Mord an Ama Dschan. "Die UNAMA ist entsetzt über diesen sinnlosen Mord an einer Frau, die schlicht daran gearbeitet hat, dass alle afghanischen Frauen in Zukunft eine gleichwertige Rolle in Afghanischen erhalten", sagte ein Sprecher der UN-Hilfsmission für Afghanistan (UNAMA).

Safiya Omar Jan sei am Montag auf dem Weg von ihrem Haus ins Büro erschossen worden, meldete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Kandahar war die Hochburg des Ende 2001 gestürzten Taliban-Regimes, unter dem Frauen Arbeit verboten war. Die Taliban sind im Süden des Landes wieder deutlich erstarkt.

Auch die deutsche Bundesregierung verurteilte die Tat als feigen Mord. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sprach den Angehörigen namens der Regierung das Mitgefühl aus. Jetzt seien die afghanische Polizei und Justiz in der Pflicht. Sie müssten den Fall im Interesse der großen Mehrheit der Bevölkerung, die sich nach Frieden und Entwicklung sehne, schnellstmöglich aufklären und die Schuldigen ihrer gerechten Strafe zuführen, so der Minister, der kürzlich bei den deutschen Friedenstruppen in Afghanistan war. (APA/AP/dpa)

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