bwin - Übernahmegerüchte flammen wieder auf

3. Oktober 2006, 09:11
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"profil": Wertverlust von nahezu drei Mrd. Euro binnen vier Monaten - Analysten handeln britische PartyGaming als aussichtsreichsten Interessenten

Nach dem drastischen Kursverfall der vergangenen Wochen verdichten sich erneut Branchengerüchte über eine feindliche Übernahme des an der Wiener Börse notierten Internet-Wettanbieters bwin. "Das Unternehmen ist derzeit sicher ein Übernahmekandidat", ist der Chefanalyst der CA-IB Investmentbank, Alfred Reisenberger, überzeugt. Vor allem dem weltgrößten Internet-Poker-Anbieter, der britischen PartyGaming, würden nun ernsthafte Ambitionen nachgesagt, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" am Montag.

Talfahrt

In Folge der jüngsten Verhaftung der beiden Vorstände Manfred Bodner und Norbert Teufelberger in Südfrankreich hatte die Aktie des Unternehmens weitere 20 Prozent verloren und zuletzt bei Werten um 20 Euro notiert. Seit Mai, als der Kurs noch bei über 100 Euro gelegen hatte, ist die Marktkapitalisierung damit von 3,5 Mrd. auf knapp 700 Mio. Euro abgestürzt. Vergangenen Freitag konnten sich bwin aber bereits mit einem Plus von 16,22 Prozent auf 21,50 Euro wieder etwas von ihrer Talfahrt erholen. Mit diesem Kurszuwachs nach dem Absturz war das Papier im Prime Market der größte Kursgewinner des Tages.

"Für die könnte eine Übernahme von bwin ein entscheidender Schritt in Richtung Risikodiversifikation sein"

Mit dem kolportierten Interessenten PartyGaming habe man ein gutes Gesprächsklima, sagte bwin-Vorstand Bodner vor Kurzem, berichtet die Tageszeitung "Österreich" in ihrer Montag-Ausgabe. Kaufgelüste gebe es da sicher, konkrete Pläne kaum, heißt es weiter. Auch ein Analyst der Raiffeisen Centrobank (RCB) sehe bwin als ideale Erweiterung des Geschäfts für PartyGaming: "Für die könnte eine Übernahme von bwin ein entscheidender Schritt in Richtung Risikodiversifikation sein", so Leopold Salcher.

Die Briten erwirtschaften den Angaben zufolge zur Zeit 80 Prozent ihrer Umsätze in den USA. Die dort drohende Verschärfung der Rechtslage könnte ein starkes Standbein in Europa notwendig machen.(APA)

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