Kleine Unternehmen leiden unter Internet-Klick-Betrug

3. Oktober 2006, 09:11
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Kosten für Onlinewerbung schraubt sich dadurch in die Höhe

Klick-Betrug ist ein wachsendes Problem im Geschäft mit so genannter One-Click Online-Werbung, wie die New York Times berichtet. Anstatt potenzieller Kunden klicken Betrüger auf die bezahlten Inserate. Diese werden auf Websites angezeigt, wenn nach bestimmten Schlüsselwörtern gesucht wurde, und müssen von den werbenden Unternehmen pro Klick bezahlt werden. Zu betrügerischen Vorgängen kommt es, wenn eine Partnerseite, die von der Suchmaschine einen Teil der Werbegebühren erhält, absichtlich eine große Anzahl an Klicks produziert. Das kann entweder automatisiert passieren, also durch Programme, oder indem Personen dafür bezahlt werden, auf das Online-Inserat zu klicken.

Klickraten

Aufmerksam werden betrogene Unternehmen meist dann, wenn die Anzahl der Klicks, die von einer der beauftragten Suchmaschinen kommt, auffällig schnell steigt, die Verkäufe jedoch nicht wachsen. Oft sind die Urheber der falschen Klicks auch bei konkurrierenden Unternehmen zu finden. Sie wollen damit das Werbebudget der Mitbewerber überlasten und sie somit zwingen, ihre Kampagnen abzubrechen. Es wird jedoch vermutet, dass die Mehrheit der Klick-Betrügereien in so kleinen Ausmaßen geschieht, dass sie der Einzelne nur schwer wahrnehmen kann. Im Endeffekt schaut für den Betrüger aber eine stattliche Summe heraus.

Ausgleich

Vor allem kleine Unternehmen leiden unter Klick-Betrug, da ihnen oft die Mittel fehlen, diesen überhaupt aufzudecken. Die momentanen technischen Möglichkeiten sind nämlich weder billig noch einfach in ihrer Anwendung. Ihnen bleibt also nichts anderes übrig, als manuell die Daten auf Ungereimtheiten zu überprüfen oder ein professionelles Pay-Per-Klick Managementunternehmen anzuheuern, was natürlich für kleine Unternehmen oft nicht leistbar ist.

Unklarheiten

Wie groß das Ausmaß derartiger Betrügereien wirklich ist, darüber sind sich die verschiedenen Parteien uneinig. Click Forensics, eine US-amerikanische Consulting Firma, schätzt den Anteil der falschen Klicks auf 14 Prozent der gesamten Klicks, basierend auf einer Studie, an der 1.300 Online-Marketing Unternehmen teilnahmen. Suchmaschinenbetreiber schätzen die Zahl niedriger ein und argumentieren, dass die Mehrheit der Klick-Betrügereien von ihnen erkannt und sofort entfernt wird. Mit dem Problem des Klick-Betrugs setzen sich bereits die Gerichte auseinander. Im Juli zahlte Google 90 Millionen Dollar um eine Gruppenklage beizulegen und Yahoo beschloss im Juni, 4,95 Mio. Dollar an Prozesskosten zu übernehmen. (pte)

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