FARC-Video mit seit vier Jahren entführten Abgeordneten veröffentlicht

20. Oktober 2006, 17:01
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Frühere Präsidentschaftskandidatin Betancourt nicht zu sehen, aber angeblich wohlauf

Bogota - Kolumbianische Rebellen der Revolutionären Streitkräfte (FARC) haben am Sonntag Videoaufnahmen von zwölf Abgeordneten veröffentlicht, die bereits seit mehr als vier Jahren in ihrer Gewalt sind. Die rund anderthalbstündigen Aufzeichnungen stammen von Anfang August. Darin bitten die Entführten Präsident Alvaro Uribe, zwei Gemeinden im Süden des Landes zur entmilitarisiertem Gebiet zu erklären, um über einen Austausch der 58 FARC-Geiseln gegen 500 inhaftierte Rebellen zu verhandeln.

In dem Video beschreibt der Abgeordnete der Stadt Cali, Rufino Varela, unter anderem, wie sehr die Geiselhaft nach rund 52 Monaten an der Gesundheit der Entführten zehre.

Verhandlungen abgelehnt

Uribe lehnt Verhandlungen mit der Guerilla über den Austausch von Gefangenen und Geiseln bisher entschieden ab. Die FARC ist die älteste und mit 17.000 Mitgliedern auch die größte Untergrundorganisation Kolumbiens.

In ihrer Gewalt befindet sich auch die frühere Präsidentschaftskandidatin der Grünen, Ingrid Betancourt. Sie war im Februar 2002 während des Wahlkampfs entführt worden. Als letztes eindeutiges Lebenszeichen von Betancourt, die auch die französische Staatsangehörigkeit besitzt, wurde im August 2003 ein Video-Band veröffentlicht. In einem ebenfalls am Sonntag veröffentlichten Video bekräftigte aber ein Rebellenführer der FARC, die 44-Jährige sei wohlauf. (APA)

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