Budapester Bürgermeister kritisiert Antisemitismus der Demonstranten

2. Oktober 2006, 14:12
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FIDESZ-Chef Orban soll sich distanzieren

Budapest - Der liberale Budapester Bürgermeister Gabor Demszky hat am Sonntag antisemitische Äußerungen sowie das "beispiellose Bündnis zwischen Rechten und extremen Rechten" bei den seit einer Woche andauernden Demonstration gegen den sozialistischen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany beklagt. An den Demonstrationen würden sowohl hochrangige Vertreter der rechtsnationalen Oppositionspartei FIDESZ teilnehmen, als auch rechtsradikale Politiker, sagte Demszky nach Angaben der ungarischen Nachrichtenagentur MTI. Die ungarischen Liberalen sind Teil der Regierungskoalition.

Demszky verlangte, dass sich der FIDESZ-Vorsitzende Viktor Orban von den Demonstranten distanziere. Denn bei der Kundgebung seien "unter der (rechtsradikalen) Arpad-Fahne Namen von 50 Politikern vorgelesen worden, die als Juden gelten", sagte der Demszky. Die weiß-rote so genannte Arpad-Fahne war in den 30er Jahren Symbol der ungarischen Nazis und ist heute Zeichen der Rechtsradikalen.

Orban hat die Teilnahme an den jüngsten Demonstrationen vor dem Parlament bisher abgelehnt mit der Begründung, er wolle den Eindruck vermeiden, dass FIDESZ diese Proteste organisiert habe.

Auslöser der seit einer Woche andauernden Demonstrationen ist die Veröffentlichung einer parteiinternen Rede Gyurcsanys, in der dieser einräumt, das Volk belogen zu haben, um die Parlamentswahl im April dieses Jahres zu gewinnen. (APA)

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