Stets mit der Glatze durch die Wand

3. Oktober 2006, 15:07
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Fritz Böhm wurde im Mai wegen schweren Betrugs, Amtsmissbrauchs und Untreue verurteilt

Linz - Noch vor zwei Jahren kommentierte der für die Gemeindeaufsicht in Pasching zuständige Landesrat Josef Stockinger (ÖVP), Fritz Böhm sei ein "verhaltensorigineller Bürgermeister, mit dem ich auch schon viel gelacht habe". Heute haben beide längst ausgelacht und führen eine erbitternden Zweikampf.

Kritik an Böhms Zusatzgage als Geschäftsführer einer gemeindeeigenen Straßenfinanzierungs GmbH wurde erstmals im Frühjahr 2003 laut. Gemeindeaufsicht, Landes- und Bundesrechnungshof prüften und stellen Böhms Zweitgehalt in Frage. Zur Paschinger "Gretchenfrage" wurde ab diesem Zeitpunkt, ob sich ein hauptberuflicher Bürgermeister nebenberuflich ein Gehalt von monatlich rund 3000 Euro brutto als "gemeindeeigener" Geschäftsführer gönnen darf. Böhm sah darin über Jahre kein Problem, untermauerte seine These mit Gutachten, und ließ sich das Geld weiter auszahlen.

Verurteilung wegen Betrugs, Amtsmissbrauchs und Untreue

Heuer wurde es dann eng für den streitbaren Trüffel- und Porsche-Fan. Die Staatsanwaltschaft Linz erhob Anklage, am Landesgericht Linz wurde Böhm am 22. Mai 2006 wegen schweren Betrugs, Amtsmissbrauchs und Untreue rechtskräftig verurteilt. Vor einer Woche entmachtete ihn der Paschinger Gemeinderat von seiner Geschäftsführertätigkeit. Pasching bleibt aber in den Schlagzeilen: Ins Visier der Gemeindeprüfer geriet nun Vizebürgermeister Werner Ebenbichler (SPÖ). Rund um dessen Tätigkeit als Geschäftsführer des Seniorenheims sollen so manch aufklärungsbedürftige Ungereimtheiten passiert sein. (mro; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.9.2006)

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