Lawrow wirft Shell Fahrlässigkeit beim Umweltschutz vor

5. Oktober 2006, 17:10
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Russischer Außenminister Sergej Lawrow: "Zahlreiche Verpflichtungen verletzt"

Moskau/New York - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat dem internationalen Gas-Konsortium Sachalin Energy Fahrlässigkeit im Umgang mit der Umwelt vorgeworfen. Das Konsortium unter der Führung von Royal Dutch Shell habe zahlreiche Verpflichtungen hinsichtlich des Umweltschutzes verletzt, sagte Lawrow am Samstag in New York der Agentur Itar-Tass. Die russische Regierung hatte am vergangenen Montag die umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt Sachalin-2 vor der fernöstlichen Insel Sachalin widerrufen.

Lawrow kritisierte zudem, dass sich die Kosten von Sachalin-2 auf 20 Milliarden US-Dollar (15,6 Mrd Euro) verdoppelt hätten. Das Projekt müsse aber auch für Russland Gewinn abwerfen. In den Verträgen mit den internationalen Konzernen wurde festgeschrieben, dass die Unternehmen erst Steuern zahlen müssen, wenn die Gewinne die Höhe der Investitionen überschreiten.

Der russische Präsident Wladimir Putin und der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende vereinbarten am Freitagabend telefonisch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem niederländisch-britischen Konzern Royal Dutch Shell und den russischen Behörden bei der Lösung des Streits. Nach Einschätzung von Experten versucht der Kreml damit, das rein ausländische Konsortium zur Beteiligung des russischen Konzerns Gasprom zu zwingen. (APA/dpa)

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