US-Außenministerin Rice wirbt für mehr Frauen an der Macht

19. Oktober 2006, 13:08
50 Postings

In allen Ländern, in denen Frauen das Sagen hätten, "geht es der Wirtschaft besser, den Familien ebenfalls, erhalten Frauen eine bessere Ausbildung"

New York - US-Außenministerin Condolezza Rice kämpft für mehr Frauenpower: Am Rande der UN-Vollversammlung scharte sie am Samstag (Ortszeit) in einem New Yorker Hotel rund ein Dutzend Präsidentinnen und Ministerinnen aus aller Welt um sich, um für mehr "Frauen an der Macht" zu werben. Frauen und einflussreichen Positionen seien für die Gesellschaft nur zum Vorteil, sagte Rice zu Beginn des Treffens. In allen Ländern, in denen Frauen das Sagen hätten, "geht es der Wirtschaft besser, den Familien ebenfalls, erhalten Frauen eine bessere Ausbildung", unterstrich Rice weiter, die selbst zu den mächtigsten Frauen der Welt zählt.

Netzwerke knüpfen

An dem Treffen nahmen Liberias Präsidentin Ellen John-Sirleaf, rund ein Dutzend Außenministerinnen, die irakische Menschenrechtsministerin Wijan Michail sowie die Vize-Präsidentin der UN-Vollversammlung, Haja Rasha al-Khalifa aus Bahrain, teil.

Außenministerin Ursula Plassnik, die ebenfalls an dem Treffen teilnahm, betonte laut einer Aussendung des Außenministeriums, es gehe darum, "Netzwerke zu knüpfen", um den Frauen "stärker Gehör zu verschaffen". Erstmals in der Geschichte der UNO hätten "im Augenblick Frauen die Führung in zwei Hauptorganen der Vereinten Nationen: Sheikha Haya Rashed Al Kalifa als Präsidentin der UNO-Generalversammlung und Dora Bakoyannis als Vorsitzende des Sicherheitsrates".

Bildung und Information

Das Treffen der Außenministerinnen konzentrierte sich laut Aussendung auf drei zentrale und für Frauen wichtige Bereiche: die Teilnahme der Frauen am politischen Prozess, die Verbesserung und Stärkung ihrer wirtschaftlichen Lage und der Zugang der Frauen zum Recht. Als ein Folgetreffen zur Zusammenkunft in New York schlug Plassnik ein Treffen über "Frauen im Nahen Osten" vor. "Damit kann ein Beitrag sowohl zur Wiederbelebung des politischen Prozesses in Nahost als auch zum Dialog der Kulturen und Religionen gemacht werden". Die umfassende Einbeziehung von Frauen ins politische Leben sei auch Teil der Sicherheitspolitik.

Übereinstimmend wurde von den Außenministerinnen laut der Aussendung die Bedeutung von Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit unterstrichen, die Frauen wirtschaftlich unabhängiger und selbständiger machen. "Bildung und Information sind wichtige Säulen für den Zugang der Frauen zum Recht", so Plassnik.

(APA/AFP)

Share if you care.