Militärjunta schließt über 300 Radiosender im Norden

3. Oktober 2006, 15:18
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Maßnahme zur "Vermeidung von Unruhen und von Verwirrung"

Bangkok - Die Putschisten in Thailand haben im Norden des Landes nach eigenen Angaben mehr als 300 gemeindeeigene Hörfunksender geschlossen. Wie ein Sprecher der Militärjunta am Sonntag mitteilte, dient die am Freitag vorgenommene Maßnahme der "Vermeidung von Unruhen und von Verwirrung über die Lage". Die ländlich geprägten Provinzen des Nordens gelten als Hochburgen des von den Militärs gestürzten bisherigen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Dieser stammt aus der nördlichen Region Chiang Mai, wo ebenfalls Radiosender geschlossen wurden.

Eine Gruppe von Offizieren um Armeechef Sonthi Boonyaratglin hatte Thaksin in der Nacht auf Dienstag entmachtet, als sich der Regierungschef zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York aufhielt. Die Militärjunta setzte die Verfassung außer Kraft, löste das Parlament auf und verhängte das Kriegsrecht. Sie verbot politische Versammlungen und stellte die Medien unter Aufsicht. (APA/AFP)

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