UCI erwartet Information aus Spanien

13. Oktober 2006, 12:44
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Dossiers der unter Dopingverdacht steheneden Fahrer an Verbände geschickt, Fälle sollen aber noch nicht abgeschlossen werden

Salzburg - Der Radsport-Weltverband hat im spanischen Dopingskandal Dossiers über die 58 involvierten Fahrer zusammengestellt und diese spätestens am Freitag an die jeweiligen Landesverbände abgeschickt. "Die Verbände können mit den Untersuchungen beginnen, wir haben ihnen aber mitgeteilt, dass die Fälle noch nicht abgeschlossen werden sollen, weil wir von den laufenden Untersuchungen in Spanien weitere Ergebnisse erwarten", erklärte UCI-Präsiden Pat McQuaid.

Ob die erwarteten neuen Erkenntnisse bisher nicht genannte Fahrer betreffen, vermochte McQuaid am Samstag in Salzburg nicht zu sagen. Der Ire hofft, dass die Untersuchungen in Spanien bis Jahresende abgeschlossen sein werden. McQuaid stellte auch die Position der UCI bei der Weitergabe von Blut der Athleten zu DNA-Vergleichen klar: "Wir müssen eine offizielle Anfrage von einem Richter haben, um Blut zur Verfügung zu stellen. Bisher liegt da nichts vor."

Der österreichische Radsport-Verband (ÖRV) ist durch den Deutschen Jörg Jaksche betroffen, der wegen seines Wohnsitzes in Tirol eine ÖRV-Lizenz gelöst hat. Jaksche war Profi im Team von Manolo Saiz (Liberty Seguros), bei dem in der so genannten "Operacion Puerto" Blutbeutel und verbotene Substanzen gefunden worden waren. ÖRV-Generalsekretär Rudi Massak bestätigte am Samstag den Erhalt einer Email, in dem das Eintreffen des Dossiers angekündigt wird.

Dass im Falle von Jan Ullrich bei der Hausdurchsuchung in dessen Schweizer Wohnsitz vor einer Woche auch DNA-Spuren sichergestellt worden sind, hat ein beteiligter Schweizer Beamter inzwischen in Abrede gestellt. Der Schweizer Verband will vor der Einleitung eines Verfahrens eine Beglaubigung der Unterlagen. Weil diese laut UCI nur der Ermittlungsrichter in Spanien geben kann, dürfte sich der Fall vorerst weiter verzögern.

Im Fall Ivan Basso erfolgt in der kommenden Woche eine Anhörung durch das nationale Olympische Komitee Italiens (CONI), das diesen Fall prüft. Sollte da eine Entscheidung getroffen werden, sei dies Sache des CONI, meinte McQuaid. "Aber wenn betroffene Fahrer von ihren Verbänden nicht bestraft werden, haben die UCI und die WADA das Recht, das Oberste Sportgericht anzurufen."

Über eine Involvierung von Athleten anderer Sportarten in den Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes hat McQuaid nach eigenen Worten keine Informationen. "Aber ich kann nicht glauben, dass Fuentes mit seinem so einträglichen Geschäft nur Radprofis versorgt hat." Ursprünglich war von bis zu 200 betroffenen Sportlern die Rede gewesen, doch sind bisher nur Namen aus dem Radsport bekannt geworden. (APA)

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