Österreich Werbung könnte am 1. Jänner als Firma neu durchstarten

28. Juni 2000, 09:30

Nur 39 Prozent der Touristiker für Verlängerung von ÖW-Chef Höferer

Wien - Mit 1. Jänner 2001 soll die jetzt noch als Tourismus-Verein organisierte Österreich Werbung (ÖW) als Firma neu durchstarten. Im Herbst soll die Organisationsform, aller Voraussicht nach eine Kapitalgesellschaft, vorliegen. Als Kapitalgesellschaft sei es künftig leichter Kapital aufzubringen als im jetzigen Verein. Auch soll sich das Stimmrecht künftig nach dem Kapitaleinsatz richten. Bis dahin lässt Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann die neue Struktur steuerlich und gesellschaftsrechtlich prüfen. Fest stehe, dass die Bundesmittel erhalten bleiben sollen, die "ÖW neu" gleich viel Geld für operatives Marketing verfügbar haben müsse wie jetzt.

Wenn jetzt einige Vereins-Mitglieder - wie etwa Kärnten - zum Stichtag 30. Juni ihre geltenden Verträge mit der ÖW aufkündigten, und sei es nur zwecks Kürzung der Beiträge, hofft Rossmann auf einen Wiedereinstieg der bisherigen Partner in die "ÖW neu". "Ich bin für den Erhalt der ÖW als Dachmarketingorganisation". Rossmann will aber in jedem Fall touristische Mitstreiter ins Boot holen, wie sie heute gegenüber der APA betonte.

Reisebüroverband soll bei ÖW mit machen

Als Gebot der Stunde betrachtet es Rossmann, dass der Reisebüroverband bei der ÖW mit macht. Auch mit anderen Dienstleistern der Tourismusindustrie sei sie dazu schon in Kontakt. Sie habe schon einige Wunschparter, sagte die Tourismuspoitikerin. Ihrer Information zufolge wäre etwa auch die AUA für eine enge Kooperation zu haben. Von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) erwartet sie weitergehende Kooperation über die Realisierung von Österreich-Häusern.

Wenig Begeisterung für Höferer

Nur 39 Prozent der österreichischen Touristiker wünschen sich den amtierenden Generaldirektor der Österreich Werbung (ÖW), Michael Höferer, dessen Vertrag zu Jahresende ausläuft, auch weiterhin als obersten Tourismuswerber. 18 Prozent sprechen sich definitiv gegen eine Verlängerung des Vertrags aus, 33 Prozent machen ihre Entscheidung von anderen Kandidaten abhängig, 10 Prozent machten keine Angabe. Das ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsinstituts OGM, wie der Auftraggeber der Studie - Christian W. Muchas Magazin "Faktum" - in der Donnerstag-Ausgabe berichtet. Der neue ÖW-Chef soll in einem Hearing am 6. Juli bestimmt und in der ÖW-Präsidiumssitzung am 10. Juli bestätigt werden. (APA)

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