Wrabetz hält Programmreform zu Ostern 2007 für realistisch

9. Oktober 2006, 17:02
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Neue Struktur in Fernseh-Information mit Jahresanfang - Mück könnte TW 1-Chef werden

Die neue ORF-Geschäftsführung beginnt in den nächsten Wochen mit den Vorarbeiten für die große Programmreform und den Umbau in der Fernseh-Information. Dies kündigte der designierte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Tag nach der Wahl seines Direktorenteams im Interview mit der APA an. Eine Programmreform zu Ostern 2007 sei ein "realistischer Termin". Bei der neuen dezentralisierten Struktur in der Fernseh-Information "wäre schön, wenn das zu Jahresanfang steht".

Personalspekulationen vermeiden

Personalspekulationen - für die Ebenen unter den Direktoren - will Wrabetz im Moment vermeiden. Dass in den vergangenen Wochen bereits eine Unmenge an Posten versprochen worden sei, stimme nicht. "Jetzt bleibt einmal jeder wo er ist. Es gilt der Uraltspruch: Die Strukturen folgen der Strategie und das Personal den Strukturen. Daher geht es jetzt daran, die Strategien für das Programm zu entwickeln, danach die richtigen Strukturen und danach kommen dort, wo es Änderungen in Strukturen gibt, Personalentscheidungen. Dort wo es keine Änderungen gibt, gibt's auch keine Personalentscheidungen."

Keine Doppelherrschaft

Eine "Doppelherrschaft wird's und kann's nicht geben". Mit den alten und neu gewählten gibt es derzeit ja gleich zwölf zentrale Direktoren. Die Geschäftsübergabe findet zum Jahreswechsel statt. Unklar ist noch, welche Aufgaben künftig der bisherige Programmdirektor Reinhard Scolik - er ist als Programmplaner im Gespräch - und der scheidende Technische Direktor Andreas Gall übernehmen. "Das wird mit den beiden noch zu besprechen sein", so Wrabetz.

Mück TW 1-Chef?

Eine "ordentliche Lösung", wie es bürgerliche Stiftungsräte forderten, steht für den umstrittenen Fernseh-Chefredakteur Werner Mück im Raum. "Ich könnte mir vorstellen, dass Herr Mück TW 1-Chef wird", sagte Wrabetz dazu. "Ich glaube, dass ihn das interessiert und dass wir da vor einer großen strategischen Weichenstellung stehen, in welche Richtung wir TW1 entwickeln. Ich könnte mir vorstellen, dass ich Mück im Stiftungsrat zur Bestellung vorschlage."

"Das Optimum gelungen"

Von einer parteipolitischen Packelei rund um die Bestellung der Direktoren will Wrabetz nichts wissen. "Ein gutes Team durchzubringen ist das eine, es muss aber auch durchgebracht werden. Es ist nicht Aufgabe des Generaldirektors, den Stiftungsrat zu sprengen", so die Botschaft des künftigen ORF-Chefs an alle jene, die auf ein "Wunderteam" gehofft hatten. "Um eine so breite Zustimmung zu bekommen, muss das Team auch eine gewisse Breite spiegeln. Unter diesen Bedingungen ist ein Optimum gelungen", so Wrabetz.(APA)

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