Sissy Mayerhofer: Kein Sparkurs, sondern "kostengünstiges Arbeiten"

9. Oktober 2006, 17:02
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Neue kaufmännische Direktorin will Geld lukrieren durch Sonderwerbeformen und Weitervermarktung von Programmen

Ab 1. Jänner 2007 liegen die wirtschaftlichen Geschicke des ORF erstmals in der Hand einer Frau. Sissy Mayerhoffer tritt als neue Kaufmännische Direktorin das Erbe von Alexander Wrabetz an und geht angesichts stagnierender Werbeerlöse, steigender Lizenzkosten und sinkender Reichweiten großen wirtschaftlichen Herausforderungen entgegen.

"Programm und Marketing gefragt"

In punkto sinkender Reichweiten sieht Mayerhoffer "zunächst Programm und Marketing gefragt", um das Publikum wieder zum ORF zurückzuführen. Den steigenden Lizenzkosten will sie begegnen, indem man "mehr Generisches produziert, das man dann auch weitervermarktet". Das sei allerdings nicht allein die Kompetenz der Kaufmännischen Direktion, sondern eine unternehmensstategische Entscheidung.

Einen Sparkurs will die ehemalige ORF-Enterprise-Chefin jedenfalls nicht ausrufen. "Ich will es nicht sparen nennen, sondern eher kostengünstiger arbeiten", gibt Mayerhoffer die Devise im Interview mit der APA vor. Einsparungspotenzial sieht sie demnach "im Workflow", also in überflüssigen Doppelgleisigkeiten in der Struktur oder im personellen Bereich. Sparen, "indem man wichtige Dinge einfach bleiben lässt", sei nicht der richtige Weg.

Ausbau der Sonderwerbeformen

Geld lukrieren will Mayerhoffer neben der Zweit- und Drittvermarktung von Programmen etwa durch den Ausbau der Sonderwerbeformen rund um große Events, wie Starmania. "Als Markenartikler braucht man heute andere Formen, um sich zu positionieren. Klassische Werbung allein reicht da nicht mehr aus."

Derzeit würde sie mit diesen Plänen allerdings in Konflikt mit dem Rundfunkgesetz geraten, weshalb man mit dem Gesetzgeber hier über eine Änderung nachdenken müsse, ebenso wie bei den gesetzlichen Werbebestimmungen generell. In Sachen Rundfunkgebühren hält es Mayerhoffer mit ihrem künftigen ORF-Chef Wrabetz, der ja bereits angekündigt hatte, dass an keine Gebührenerhöhung gedacht sei. (APA)

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