Parlament in Kinshasa konstituiert

16. Oktober 2006, 08:34
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Regierungsbildung noch nicht abgeschlossen

Kinshasa - Nach mehr als vier Jahrzehnten hat sich in Kongo das erste aus einer Mehrparteienwahl hervorgegangene Parlament konstituiert. Die Regierungsbildung war allerdings am Freitag noch nicht abgeschlossen: Keine der Parteien verfügt über eine eigene Mehrheit von 260 Sitzen oder hat bisher ein Bündnis bilden können, das diese Mehrheit erreicht.

Allerdings gab es Rückenwind für den amtierenden Präsidenten Joseph Kabila, dessen Partei mit 111 Sitzen die stärkste Fraktion stellt: Der bei der Präsidentenwahl drittplatzierte Antoine Gizenga forderte in einer Erklärung seine Anhänger auf, in der Stichwahl Ende Oktober für Kabila zu stimmen. Gegen den Amtsinhaber tritt Jean-Pierre Bemba an, dessen Partei im Parlament 64 Sitze bekam. Gizengas Partei PALU teilte mit, eine Koalition Kabilas werde derzeit von rund 200 Abgeordneten unterstützt - man nähere sich allmählich einer Mehrheit an.

Eine neue Regierung soll schließlich die 2002 nach Ende eines Bürgerkriegs gebildete Regierung der nationalen Einheit ablösen. Rund 17.500 UN-Friedenssoldaten sollen den Übergang zu einer demokratisch legitimierten Regierung absichern. (APA/AP)

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