Touristiker: Kritik und Selbstkritik

8. Oktober 2006, 18:00
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Branche will eigenen Minister - Auftritt Österreichs dilettantisch

Innsbruck - "Wir haben viele Hotels nur für uns gebaut und nicht für den Markt", bilanziert Sepp Schellhorn, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, selbstkritisch über die eigene Branche. Schellhorn fordert diese dazu auf, sich "am Lifestyle und nicht am Sternenhimmel" zu orientieren. Scharf kritisiert Schellhorn die Einführung der Vier-Sterne-Superior-Kategorie, wenn parallel dazu vielfach Vier-Sterne-Häuser ihre Zimmer um den Zwei- oder Drei-Sterne-Preis vermieten würden. Anlässlich der Eröffnung des Congress-Hotels der Verkehrsbüro-Group erneuerten Schellhorn und Verkehrsbürodirektor Hans Dieter Toth zudem die Kritik an der Österreich Werbung (ÖW). In deren Präsidium würden nur "Beamte und Funktionäre sitzen", aber keine Praktiker, meint Toth. Bei der ÖW gehe es um neue Strukturen und weniger um Personen, waren sich Toth und Schellhorn einig. Auch die Frage, ob die ÖW privatisiert werden soll, sei zweitrangig. Der Auftritt Österreichs im Ausland sei "dilettantisch", sagt Toth und fordert von der neuen Bundesregierung einen Tourismusminister. Das wünscht sich auch Schellhorn, Vorrang hätte bei ihm allerdings ein Tourismus-Masterplan.

Bereits für den kommenden Winter kündigt Schellhorn ein geeintes Auftreten der Vertretungen von Hotellerie und Bergbahnen anstelle der Streitereien um den Beschneiungseuro an. (Hannes Schlosser, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23./24.9.2006)

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