UN-Sonderberichterstatter: In Darfur verhungern tausende Menschen

13. Oktober 2006, 16:24
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Jean Ziegler pessimistisch zu den Millenniumszielen der UNO

Genf - Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, hat die "grässliche Tragödie" in der sudanesischen Provinz Darfur beklagt. Tausende Menschen stürben, weil Lebensmittel fehlten, sagte Ziegler am Freitag vor dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf. Mehr als zwei Millionen Flüchtlinge seien unterernährt. Laut dem Welternährungsprogramm (WFP) haben über 600 000 Menschen wegen der anhaltenden Gewalt keinen Zugang zur internationalen Nahrungsmittelhilfe.

Ziegler äußerte sich in Genf pessimistisch zu den Millenniumszielen der UNO: "Das Ziel, die Zahl der Menschen, die an Hunger leiden, bis 2015 zu halbieren, wird sicher nicht erreicht." Die Zahl der Hungernden sei von 2004 bis 2005 sogar um 11 Millionen auf 852 Millionen angestiegen. Fast 5000 Menschen stürben jeden Tag an Unterernährung. "Es gibt keinerlei Rechtfertigung für dieses Massaker", sagte Ziegler weiter. "Der Planet könnte 12 Milliarden Menschen ernähren."

Der Schweizer UNO-Sonderberichterstatter gratulierte dem französischen Präsidenten Jacques Chirac, der eine Solidaritätssteuer auf Flugtickets lanciert hatte. Damit sollen Medikamente gegen Aids, Malaria und Tuberkulose zu finanziert und Hunderttausenden Kindern das Leben gerettet werden. Das Projekt unter der Schirmherrschaft der neu gebildeten Organisation Unitaid war am Dienstag während der UNO- Vollversammlung in New York aus der Taufe gehoben worden. Neben Frankreich sind auch Brasilien, Chile, Großbritannien und Norwegen beteiligt. (APA/sda/dpa)

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