Cosmos droht massiver Stellenabbau

12. Oktober 2006, 14:20
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Neuer Eigentümer will im Oktober 300 von 1.400 Stellen streichen - Betriebsrat hat die Belegschaft in einem Schreiben vorgewarnt

Wien - Knapp eine Woche nach dem Eigentümerwechsel bläst den Mitarbeitern der defizitären Elektrohandelskette Cosmos ein rauer Wind ins Gesicht: Der neue Eigentümer, Sanierer Erhard Grossnig, will 300 der 1.400 Stellen streichen. Filialschließungen stünden nicht an. Ein entsprechendes Schreiben des Cosmos-Betriebsrates haben die Mitarbeiter am Donnerstag erhalten. Kurz nach Fixierung der Übernahme der Bawag-Tochter in der Vorwoche seien 300 der 1.400 Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet worden, berichten die Tageszeitungen "Kurier" und "Österreich" in ihrer Freitag-Ausgabe.

Cosmos-Betriebsrat Andreas Unger bestätigte den Personalschnitt. Ein Sozialplan soll in Härtefällen finanzielle Unterstützung garantieren. "Betroffen sind alle Bereiche und Ebenen des Unternehmens", so Unger, auch im Management werde eingespart. Durch finanzielle Anreize sollen möglichst viele Mitarbeiter dazu bewegt werden, freiwillig das Unternehmen zu verlassen. "Wir rechnen damit, dass die Zahl der Abgänge dadurch unter 300 bleibt", so der Betriebsrat.

Unumgänglich

"Der Personalabbau ist unumgänglich und soll rasch über die Bühne gehen, um den Fortbestand von Cosmos zu sichern", rechtfertigt Niedermeyer-Geschäftsführer Paul Niederkofler von Grossnigs Value Management Services (VMS) die Maßnahme. Die Personalkosten seien im Vergleich zum Mitbewerb viel zu hoch, was schon vor der Übernahme klar gewesen sei. Allein 2005 betrug das Minus des verlustträchtigen Elektrohändlers Cosmos sieben Mio. Euro. Bisher hatte die BAWAG immer die Verluste abgedeckt.

Bis vor einer Woche bildeten die 27 Cosmos-Filialen mit einem Umsatz von 260 Mio. Euro und einem Marktanteil von 8,4 Prozent die zweitgrößte Elektroeinzelhandelskette hinter der MediaMarkt/Saturn-Kette. Mit der Übernahme durch den heimischen Sanierer Grossnig und den deutschen Finanzinvestor Nordwind Capital ist Österreichs größte Elektrohandelsgruppe mit einem Gesamtmarktvolumen von 3,1 Mrd. Euro entstanden. Die Niedermeyer-Kette gehört seit 2004 zu Grossnigs Value Management Service (VMS). (APA)

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    foto: cosmos
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