"Betet für mich!": Telefonzentrale des Gebets in Rom

1. Oktober 2006, 10:22
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In der Basilika der Heiligen Anastasia beten Freiwillige für Gläubige, die darum telefonisch bitten

"Bitte, betet für mich!": In Rom ist in der Pfarrei der Basilika der Heiligen Anastasia im Herzen von Rom seit wenigen Tagen die erste Telefonzentrale des Gebets eingerichtet worden. Am Mittwochabend von 21.00 bis 23.00 Uhr antworten einige Freiwillige der Pfarrei persönlich den zahlreichen Menschen, die um Gebete für sich oder Angehörige bitten. Außerhalb dieser Zeit kann man eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Die rund 200 "Freiwilligen des Gebets" erfüllen jede Bitte.

Seit der Einrichtung der Telefonzentrale wird der Anrufbeantworter der Pfarrei mit Nachrichten überhäuft. Menschen in jedem Alter bitten um Gebete für kranke Angehörige, für spirituelle Unterstützung bei der Arbeitssuche oder zum Bestehen einer Ehekrise. "Viele alte Menschen, die sich nicht bewegen können, wenden sich an uns und bitten um Gebete. Andere fühlen sich einsam, deprimiert und hilflos und wollen einfach mit jemandem reden. Es gibt Menschen, die Hilferufe auch mitten in der Nacht hinterlassen", erzählt der Pfarrer der Basilika, Alberto Pacini, der die Telefonzentrale des Gebets eingerichtet hat.

"Die Telefonanrufe werden während der Woche aufgezeichnet. Abends werden die Bitten den Gruppen von Freiwilligen mitgeteilt, die sich zum Gebet treffen. Mittwochs antworten die Freiwilligen persönlich auf die Telefonate und beten mit den Anrufern am Telefon", so Pater Alberto.

Pacini wollte mit seiner Initiative einem Appell des Papstes folgen, der in den vergangenen Monaten die Pfarrer aufgerufen hatte, die Kirchen Tag und Nacht offen zu halten. "Wir erhalten hauptsächlich anonyme Anrufe. Unsere 200 Freiwillige, darunter einige Priester, beten für jeden von ihnen. Wir beten gemeinsam und wir lehren die Gläubigen das Beten", erklärte der Pfarrer. Seine Kirche ist von 6.00 Uhr bis Mitternacht offen. Wer auch nachts beten will, kann am Tor der Kirche läuten und es wird ihm geöffnet. "In Rom gibt es nur zwei Kirchen, die Tag und Nacht offen sind. Der Papst drängt aber, dass es mehr werden", so der Pfarrer.

Oft kommen in der Nacht verzweifelte Gläubige, die beten wollen. "Das Gebet ist der wichtigste Aspekt unserer Religion. Die Leute brauchen das Gebet immer mehr", sagt der Pfarrer. Die Basilika der Heiligen Anastasia, die im vierten Jahrhundert nach Christus erreichtet wurde, zählt zu den ältesten in Rom, aber nicht zu den bekanntesten. Darin befinden sich mehrere renommierte Fresken.(APA)

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