Fakten Brustkrebs

17. Oktober 2006, 15:12
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Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebsart der Frau - jede Achte ist im Laufe ihres Lebens mit dieser Diagnose konfrontiert

Brustkrebsarten

80 Prozent der Patientinnen erkranken an dem duktalen (ausgehend von den Milchgängen) Karzinom. Zehn Prozent bilden die lobuläre (ausgehend von den Milchdrüsen) Form, die gelegentlich auch beide Brüste gleichzeitig befällt.

Beide Formen wachsen meist multizentrisch. Das heißt bei einem Karzinom von ungefähr zwei Zentimeter Größe ist in über 25 Prozent damit zu rechnen, dass an einer anderen Stelle der Brust ein zweites Karzinom vorhanden ist.

Epidemiologie

Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebsart der Frau. In Österreich erkranken jährlich 5.000 Frauen an Brustkrebs. Jede achte bis neunte Frau ist somit Betroffene.
Das metastasierte Mammakarzinom gilt als unheilbar. Nur eine frühzeitige Diagnose und Therapie der Erkrankung erhöht die Chance auf Heilung.

Diagnostik

Die Selbstuntersuchung steht an oberster Stelle. Die Inspektion (Begutachtung) und Palpation (Abtasten) der Brust durch den Arzt sollte regelmäßig vorgenommen werden.

Als bildgebende Verfahren eignen sich die konventionelle Mammografie, zunehmend an Bedeutung gewinnt auch die Ultraschalluntersuchung. Die MRT (Magnetresonanztomografie) findet vor allem in der Diagnose des erblichen Mammakarzinoms einen unverzichtbaren Platz.

Bei familiärer Häufung von Brustkrebs wird der Frau eine Genanalyse empfohlen. Eine Biopsie ist bei allen unsicheren und suspekten Tast- und Mammografiebefunden indiziert. Mit dem derzeit vieldiskutierten Mammografie-Screening hofft man das Mammakarzinom in einem sehr frühen Stadium, dem sogenannte Carcinoma in situ, zu entdecken.

Ein wichtiger Hinweis in der Mammografie sind nicht tastbare Mikroverkalkungen, die für das Vorliegen eines Carcinoma in Situ sprechen.

Klinische Indikation

Lokaler Befund: Häufig ist ein derber, schmerzloser unscharf begrenzter Knoten tastbar. Bei Einziehung der Haut oder der Brustwarze (Mamille) findet bereits invasives Wachstum (unter Einbeziehung des umgehenden Gewebes) statt.

Typischerweise kommt es zur Bildung von Orangenhaut und Deformierung der Brust. Später ist auch Ulzeration (Geschwürbildung) und blutige Sekretion (Absonderung) aus der Mamille möglich.

Lokalisation

Am häufigsten ist der Tumor im oberen äußeren Quadranten lokalisiert. Der Mediziner strukturiert jede Brust mit einer gedachten Quer- und Längslinie durch die Brustmitte in vier Quadranten. Das macht Doppelbezeichnungen erforderlich, zum Beispiel: Oben - Außen.

Metastasierung

Diese erfolgt über den Lymph- und Blutweg. Am häufigsten bilden sich Knochenmetastasen. Sie bestimmen die Prognose wesentlich mit.

Primäre Prävention

Mammakarzinome sind oft hormonempfindliche Tumore. Eine medikamentöse Prävention mit Antiöstrogenen (Tomoxifen) kann sinnvoll sein. Allerdings ist die Einnahme von Tamoxifen mit Nebenwirkungen (Thromboembolien, Endometriumkarzinom) verbunden, die für den präventiven Einsatz dieses Medikaments ungünstig sind. In Deutschland läuft zur Zeit eine Studie, die den präventiven Effekt des Aromatasehemmers Anastrozol überprüft.

Mit der Chemoprävention versucht man durch Einsatz von pharmakologischen Substanzen die Entwicklung bösartiger Erkrankungen zu verhindern.

Die prophylaktische beidseitige Brustamputation und Eierstockentfernung ist eine präventive Maßnahme, die bei bekannten Mutationsträgerinnen durchgeführt wird. In Österreich entscheiden sich für diese Form der Prävention nach wie vor wenige Frauen, trotz des nachgewiesenermaßen deutlich reduzierten Risikos.

Risikofaktoren

Wichtig ist die individuelle Risikoeinschätzung und ein daran angepasstes Risikomanagement. Klar definierte Hochrisikopatienten sind sogenannte "Mutationsträgerinnen". Das sind Frauen, die aufgrund einer Genanalyse ihr Risiko kennen.

Frauen mit belasteter Familienanamnese (Mutter, Schwester) haben ebenfalls ein deutlich erhöhtes Risiko.

Zusätzlich erhöht sich das individuelle Risiko bei früher Menarche (Monatsblutung)(<12), später="" menopause,="" nullipara="" (keine="" schwangerschaften)="" und="" späten="" erstgebärenden="" (="">30).

Die Frage ob eine Östrogentherapie die Manifestation eines Mammakarzinoms beeinflusst, wird nach wie vor kontrovers diskutiert.

Therapie

Eine Operation ist immer das Mittel der Wahl. Bei günstiger Lokalisation wird brusterhaltend operiert. Zusätzlich werden häufig auch die Lymphknoten in der Achselhöhle (Axilla) entfernt und nach der Operation eine Strahlentherapie empfohlen.
Die radikale Mastektomie (Brustamputation) ist bei Infiltration der umgebenden Muskulatur indiziert.

Die Chemotherapie stellt eine adjuvante (begleitend) Therapie dar. Sie wird vor allem jungen Frauen empfohlen und dient der Zerstörung von möglichen nicht nachweisbaren Mikrometastasen.
Die Strahlentherapie gilt bei jeder brusterhaltenden Operation und bei jedem fortgeschrittenen Karzinom als obligat (verpflichtend).

Ursachen

90 bis 95 Prozent der Mammakarzinome entstehen spontan. Die genaue Ursache lässt sich hier nicht nachweisen. Mediziner gehen jedoch von einem multifaktoriellen Geschehen aus:

Lifestylefaktoren, wie Ernährungsgewohnheiten und Umweltfaktoren spielen dabei eine Rolle. Frauen mit einer Erstschwangerschaft vor dem 20. Lebensjahr, Multipara (eine Frau die mehrere Kinder geboren hat), lange Stillzeiten und Frauen deren Eierstockfunktion frühzeitig ausgeschaltet wurde, besitzen ein deutlich reduziertes Risiko an einem Mammakarzinom zu erkranken.

Die Beteiligung hormoneller (endokriner) Faktoren zeigt sich hier deutlich. Drei bis fünf Prozent der Mammakarzinome sind erblich bedingt und mit Genmutationen korreliert. Bekannt sind BRCA-1 und BRCA-2 (BReast CAncer 1 und 2) auf den Chromosomen 13 und 17. (phr)

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