BCR-Closing könnte sich noch länger verzögern

10. Oktober 2006, 13:41
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Treichl: "Es könnte noch zwei, drei Monate dauern" - Patt-Situation im rumänischen Verfassungsgericht verzögert Abschluss des Deals

Bukarest - Da sich das rumänische Verfassungsgericht wie erwartet nicht fristgerecht bis 21. September über einen Einspruch der Großrumänischen Partei gegen den Verkauf der Großbank BCR an die Erste Bank einigen konnte, verschiebt sich das Closing nun mindestens bis 20. Oktober - "es könnte aber auch noch zwei oder drei Monate" dauern, wie Erste-Bank-Chef Andreas Treichl am Donnerstag vor Journalisten erklärte.

Er sei jedoch "überhaupt nicht beunruhigt" über die Verzögerung, gab sich Treichl gelassen. Das Geld zur Begleichung des Kaufpreises sei auf einem Konto deponiert und abholbereit, "und dort liegt es gut, es ist sehr gut verzinst". Ähnlich gelassen dürften es auch die Wertpapierexperten der Raiffeisen Centrobank (RCB) sehen, die am Donnerstag in einer aktuellen Analyse das Kursziel für die Aktien der Erste Bank von 50 auf 53 Euro nach oben gesetzt haben. Die Anteilsscheine werden weiterhin mit der Anlageempfehlung "Buy" zum Kauf empfohlen.

Die Deadline für das Closing des BCR-Deals war bereits einmal vom 21. Juni auf 21. September verschoben worden. Bei ihrer letzten Sitzung am Mittwoch konnten sich die Verfassungsrichter aber wieder nicht über die Rechtmäßigkeit der Privatisierungsverordnung einigen - vier der Höchstrichter wollten grünes Licht geben, vier stimmten dagegen, wie die rumänische Nachrichtenagentur Rompres berichtete. Nun soll abgewartet werden, bis ein neunter Verfassungsrichter ernannt ist. Der Posten ist vakant, seit einer der Richter am 7. April zurücktrat. (APA)

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