Ferien im Stau - Am Wochenende drohen Blechlawinen

27. Juni 2000, 11:23

Wien - Das erste Sommerreise-Wochenende dieser Saison steht bevor. Auf den Straßen in Österreich wird es eng werden, warnte die Informationszentrale des ÖAMTC am Dienstag. Am Freitag beginnen die "großen" Ferien für etwa 450.000 Schüler in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Die Experten des Clubs rechnen damit, dass bereits Freitag Nachmittag zahlreiche Wiener zur Fahrt in den Urlaub aufbrechen. Staus werden auf allen Stadtausfahrten kaum zu vermeiden sein.

Ferienbeginn ist aber auch im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen, in Teilen der Niederlande, in Belgien, Tschechien und der Slowakei. Hinzu kommt eine zweite Reisewelle aus den deutschen Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, wo die Sommerferien bereits am vergangenen Wochenende angefangen haben. Daher wird vor allem am Samstag sehr starker Reiseverkehr erwartet, der zu längeren Verzögerungen und Staus führen könnte.

Nadelöhr Tauernautobahn

Schwerpunkte sind den ganzen Sommer über die Nord-Süd-Verbindungen in Westösterreich. Speziell die Tauernautobahn in Salzburg - vor allem der Tauerntunnel - wird einmal mehr zum Nadelöhr werden. Hier muss man am Samstag bereits ab den frühen Morgenstunden mit Blockabfertigung und Stau Richtung Süden rechnen. In Tirol werden Verzögerungen vor allem auf der Inntal- und Brennerstrecke, sowie auf der Route über den Fern- und den Reschenpaß in Kauf zu nehmen sein.

Aber auch auf der sogenannten neuen Gastarbeiter-Route von Deutschland über Salzburg und Wien nach Ungarn sind Staus zu befürchten. Auf der Westautobahn gibt es in Ober- und Niederösterreich vier jeweils fast zehn Kilometer lange Gegenverkehrsbereiche. Außerdem reicht im dichten Reiseverkehr bereits die kleinste Panne, um den Verkehr praktisch zum Erliegen zu bringen.

Urlauber, die aus dem Osten des Bundesgebietes Richtung Obere Adria unterwegs sind, werden Staus auf der Südautobahn vor den einspurigen Tunnelbereichen im Packabschnitt einplanen müssen. Zwischen Klagenfurt und Villach sorgt außerdem ein neun Kilometer langer Gegenverkehrsbereich für Behinderungen. Auch hier erwarten die Verkehrsexperten längere Verzögerungen.

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Vor den Grenzübergängen im Osten Österreichs müssen Reisende mit längeren Aufenthalten rechnen. Richtung Ungarn vor allem am Samstag in Heiligenkreuz, Klingenbach und Nickelsdorf. An den Grenzübergängen mit Tschechien und der Slowakei wird es durch den Ferienbeginn in unseren Nachbarländern bei der Einreise nach Österreich bereits ab Freitag Nachmittag stundenlange Wartezeiten geben. Besonders an den Übergängen in Laa an der Thaya, Kleinhaugsdorf, Drasenhofen und Berg werden sich die Autofahrer in Geduld üben müssen.

Der ÖAMTC appellierte, den Samstag als Reisetag im Sommer generell zu meiden und nach Möglichkeit erst am Sonntag in den Urlaub aufzubrechen. So können Ärger und Stress im Stau am ehesten vermieden werden.

(APA/red)

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