"bob" versus "bob": Kulturmagazin klagt Mobilkom

5. Oktober 2006, 12:13
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Wegen unlauteren Wettbewerbes und Kennzeichenverstoß - Name und Logo der Mobilfunkmarke seien jener des Magazins zum Verwechseln ähnlich

Wegen unlauteren Wettbewerbes und Kennzeichenverstoß klagt der Club Bellevue, Herausgeber und Medieninhaber des Kulturmagazins "bob", die Mobilkom mit ihrer Billigtelefoniemarke "bob" auf Unterlassung. Grund: Name und Logo der Mobilfunkmarke seien jener des Magazins zum Verwechseln ähnlich. "Nachdem die Initiativen der Magazinherausgeber, mit der Mobilfunkfirma außergerichtlich zu einer Lösung zu gelangen, gescheitert sind, sehen sich die Herausgeber des Magazins nun zu einer Klage am Handelsgericht Wien gezwungen", heißt es in einer Aussendung.

Übermacht?

Dem Kulturmagazin stehe mit der Mobilkom Austria AG ein finanziell übermächtiger Gegner gegenüber, diese habe mit einem der größten Werbeauftritte dieses Jahres für ihr Billigtelefonieprodukt eine Öffentlichkeitspräsenz erreicht, die die Öffentlichkeitsarbeit des Kulturmagazins in den letzten Jahren zunichte gemacht habe, heißt es. Das Kulturmagazin bob werde als Werbemittel der Mobilkom wahrgenommen und nicht mehr als unabhängiges, journalistisches Medium. "Die Glaubwürdigkeit unseres Magazins als kritisches und unabhängiges Medium haben wir uns mit harter Arbeit aufgebaut. Dass wir nicht für die Interessen der großen Wirtschaft schreiben und unsere Themen nicht nur nach dem Maß der Gewinnmaximierung auswählen, hat uns Sympathien und Vertrauen gebracht. Unser Ruf als ein kritisches und sensibles Medium hat durch die Verwechselbarkeit mit einem mobilkom-Produkt bei den AutorInnen und LeserInnen gelitten. Das ist ein Schaden, der sich nur durch hohen Aufwand wieder gutmachen lässt", sagt Chefredakteur Wolfgang Haas. Auch für das Anzeigengeschäft des Magazins stellt die Verwechselbarkeit ein Problem dar.

Seit 2005

Das Kulturmagazin bob erscheint seit Mai 2005 im Zeitschriftenhandel in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Entwickelt wurde das Logo des Kulturmagazins von Artdirektor Alois Gstöttner. Für die Grafik des Mobilfunkers zeichnet das Wiener Büro X verantwortlich, die Werbekampagne stammt von Demner, Merlicek & Bergmann. (red)

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