BA-CA-Ökonomen erwarten 2007 erkennbare Abkühlung der Weltkonjunktur

5. Oktober 2006, 19:00
1 Posting

Dämpfender Effekt auch auf Österreich: Wachstumsrate dürfte von 2,9 auf 2 Prozent zurückfallen - Aber keine Rezessionsgefahr

Wien - Die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) erwarten, dass sich 2007 die weltwirtschaftliche Konjunktur erkennbar abkühlen und dämpfend auch auf das Wirtschaftswachstum in Österreich auswirken wird. Dazu sollte eine restriktivere Geld- und Fiskalpolitik, allen voran die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland kommen. Dagegen sollte sich das Konsumwachstum beschleunigen. Die BA-CA-Volkswirte rechnen mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums 2007 in Österreich von 2,9 auf 2 Prozent.

"Wir gehen 2007 von Seiten der Auslandsnachfrage von einem dämpfenden Effekt auf das Wachstum in Österreich aus", so die Chef-Ökonomin der BA-CA, Marianne Kager, am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig werde auch die Investitionsdynamik im Vergleich zum heurigen Jahr etwas nachlassen. Auf der anderen Seite sei nach drei Jahren relativ starken Wirtschaftswachstum eine Beschleunigung der Konsumnachfrage zu erwarten, was auch durch die verbesserte Konsumstimmung angedeutet werde. Auch eine Inflationsrate unter 2 Prozent sollte dies stützen.

Rückgang 2007

"Trotz beschleunigtem Konsumwachstum erwarten wir 2007 einen Rückgang des Wirtschaftswachstums in Österreich von 2,9 auf 2 Prozent", so BA-CA-Ökonom Stefan Bruckbauer. Damit bestehe jedoch auch 2007 keine Gefahr einer Rezession, das Wirtschaftswachstum werde nicht einmal unter das Potenzialwachstum fallen, jedoch auch nicht darüber. Erst 2008 gehen die Bank Austria-Ökonomen davon aus, dass die Wirtschaft wieder zusätzliche Fahrt gewinnen kann, auch wenn die erwartete Beschleunigung des Wachstums von 2,0 auf 2,2 Prozent 2008 vorsichtig ausfällt.

Im August ging der BA-CA-Konjunkturindikator für Österreich zwar von 3,8 auf 3,7 zurück, bestätigte damit aber die Erwartung einer auch im dritten Quartal sehr lebhaften Konjunktur. "Auch im dritten Quartal wird Österreichs Wirtschaft im Jahresvergleich eine Wachstumsrate von zumindest 3 Prozent erreichen", so Kager. Dahinter stehe jedoch eine leichte Abschwächung der Konjunkturdynamik. Der Konsum sollte sich zwar beschleunigen, Exporte und Investitionen dürften jedoch nicht noch einmal so stark steigen können wie im zweiten Quartal. Vor allem das Vertrauen der Industrie im Euroraum habe dämpfend gewirkt, so Kager.

Die BA-CA Ökonomen gehen daher davon aus, dass die Wachstumsrate im Quartalsvergleich von den sehr hohen 0,9 Prozent des zweiten Quartals lediglich auf 0,7 Prozent im dritten zurückgehen wird und damit etwa so hoch sein wird wie im Durchschnitt der letzten vier Quartale.

"Mit Ausnahme des Jahreswechsel 2004/2005 wächst Österreichs Wirtschaft nun seit mehr als zwei Jahren um oder über seiner Potenzialwachstumsrate von rund 2 Prozent und Ende dieses Jahres dürfte Österreich damit seine Outputlücke geschlossen haben", so Bruckbauer. Dies werde auch durch die Tatsache bestätigt, dass Österreichs Industrie seit kurzem wieder Beschäftigte einstellt. Österreichs BIP habe damit den Verlust aus dem Rezessionsjahr 2001 wieder aufgeholt und das BIP liege wieder auf dem Potenzialniveau. (APA)

Share if you care.