Inländische Investmentfonds zur Jahresmitte mit 1,4 Prozent Minus

25. Oktober 2006, 19:46
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Kursverluste bei Aktien- und Rentenfonds - Veranlagtes Kapital verringerte sich auf 134,6 Milliarden Euro

Wien - Die inländischen Aktien- und Rentenfonds haben im ersten Halbjahr 2006 leichte Kursverluste erlitten. Aktienfonds verzeichneten eine negative Entwicklung von 0,8 Prozent, Mischfonds von minus 1,6 Prozent, und den Rentenfonds bescherten steigende Zinsen und der fallende US-Dollar Kursverluste von 1,8 Prozent. Immobilienfonds dagegen waren mit einem Plus von 2,3 Prozent die performencestärkste Veranlagungskategorie. "Alternative Fonds" wiesen einen Kursgewinn von 0,6 Prozent auf, Geldmarktfonds erzielten Gewinne von 1,0 Prozent. In den ersten sechs Monaten ergab sich somit in Summe eine kapitalgewichtete durchschnittliche Performance aller Fonds von minus 1,4 Prozent.

Im zweiten Quartal 2006 erhöhten die 27 österreichischen Kapitalanlagegesellschaften ihre Angebotspalette um 34 Publikumsfonds und acht Spezialfonds. Mit insgesamt 2.168 aufgelegten Investmentfonds verwalteten sie per Ende Juni 2006 einen Vermögensbestand - inklusive Doppelzählung durch Dachfonds - von 159,53 Mrd. Euro. Dies teilte die Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) am Donnerstag mit.

Das in den heimischen Investmentfonds veranlagte Kapital - ohne "Fonds in Fonds"-Veranlagungen der Dachfonds - verringerte sich im zweiten Quartal um 4,35 Mrd. Euro bzw. 3,1 Prozent auf 134,55 Mrd. Euro. Verantwortlich dafür waren die Kursverluste der Aktien- und Rentenfonds. Die Kursverluste machten 4,44 Mrd. Euro aus, diesen standen geringfügige Nettokapitalzuflüsse - Käufe abzüglich Verkäufe und Ausschüttungen - der Anleger von 0,09 Mrd. Euro gegenüber.

Kompensation der Verluste

Durch die positive Aktienkursentwicklung des ersten Quartals 2006 kompensierten sich die starken Kursverluste des zweiten Quartals teilweise, so dass sich von Anfang Jänner bis Ende Juni nur ein Minus in der Höhe von 2,23 Mrd. Euro ergab. Der Nettokapitalzufluss betrug seit Jahresbeginn 3,82 Mrd. Euro. In Summe ergab sich damit im ersten Halbjahr ein Anstieg des veranlagten Kapitals von 1,59 Mrd.. Euro bzw. 1,2 Prozent.

Der Vermögensbestand - Fonds inklusive Dachfonds - verringerte sich im zweiten Quartal um 5,08 Mrd. Euro. Über 60 Prozent der Gesamtabnahme entfielen auf ausländische Aktien und Beteiligungspapiere (3,16 Mrd. Euro bzw. 12,6 Prozent), gefolgt von inländischen Rentenwerten (1,26 Mrd. Euro bzw. 6,4 Prozent). Ausländische Rentenwerte erhöhten sich geringfügig.

Die Abnahme der österreichischen Aktien in den Portfolios der Investmentfonds war gegenüber den ausländischen Aktien und Beteiligungspapieren mit -6,0 Prozent (-0,20 Mrd. Euro) nur halb so hoch. Unter Einbeziehung der negativen Performance des österreichischen Aktienmarktes im zweiten Quartal 2006 von -9,5 Prozent wurden demnach sogar österreichische Papiere aufgestockt, so die OeNB.

Rentewerte

Mit einem Anteil von 65,2 Prozent (87,78 Mrd. Euro) wird die Struktur des veranlagten Kapitals verstärkt von Rentenwerten dominiert, gefolgt von den Aktien und Beteiligungspapieren mit 18,6 Prozent (25,02 Mrd. Euro), den Investmentzertifikaten mit 8,6 Prozent (11,51 Mrd. Euro) und den sonstigen Vermögensanlagen mit 6,9 Prozent (9,30 Mrd. Euro). Immobilienfonds zeigten per Ende Juni 2006 bereits ein Volumen von 1,39 Mrd. Euro, jedoch wurden bisher nur rund zwei Drittel des Veranlagungsvolumens (0,93 Mrd. Euro) in Immobilien- und Sachanlagen veranlagt. Der Anteil am Gesamtvolumen betrug 0,7 Prozent.

Per Ende Juni 2006 waren in den übrigen Ländern der Währungsunion (exkl. Österreich) 67,17 Mrd. Euro (49,9 Prozent), in Ländern der übrigen Welt 36,57 Mrd. Euro (27,2 Prozent) und im Inland 30,81 Mrd. Euro (22,9 Prozent) veranlagt. Nur 2 Prozent des Vermögensbestandes waren direkt in österreichische Aktien und Beteiligungspapiere investiert. (APA)

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