"Futterneid" rund um Windows Vista beschäftigt EU-Kommission

16. Oktober 2006, 11:12
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Adobe und Symantec sehen ihr "ureigenes" Geschäft bedroht und führen Beschwerden gegen den Softwarekonzern

Laut einer Meldung des Wall Street Journal haben zwei prominente US-Softwarefirmen die EU-Kommission aufgefordert, rechtliche Schritte gegen Microsoft wegen dessen kommendem Betriebssystem Windows Vista einzuleiten.

Adobe und Symantec

Adobe Systems hat sich mit der Beschwerde an den EU-Regulator gewandt, und diesen ersucht, dass Microsoft davon abgehalten werden soll, zusammen mit Windows Vista Software zu veröffentlichen, mit der elektronische Dokumente gelesen und erstellt werden können. Hier spielt das Thema PDF - wenn nicht wirklich ausgesprochen - eine große Rolle. Der Antivirus-Softwarehersteller Symantec kündigte an, dass zwei Manager in der kommenden Woche nach Brüssel reisen und dort über Windows Vista und das Thema Sicherheit diskutieren werden. Gespräche mit Journalisten wurden bereits bestätigt, ob die Symantec-Vertreter auch auf EU-Behörden treffen, ist jedoch nicht bekannt. Von Seiten Symantecs hieß es nur, dass sich das Unternehmen bereits bei der EU-Kommission beschwert habe.

Microsofts Reaktion

Microsoft hat als Reaktion auf die Beschwerden der EU-Kommission und des Mitbewerbs stets betont, dass man nur auf KundInnenwünsche reagieren und ein sicheres Windows Vista oberste Priorität habe, weswegen man auch keine Änderungen für die europäische Version des kommenden Betriebssystems plane. Symantec beschwere sich vor allem über die Funktion PatchGuard, so das Wall Street Journal. Diese Funktion soll den Betriebssystemkern vor HackerInnenattacken schützen. Allerdings sei diese Version im Vergleich zu früheren Windows-Versionen. laut Angaben von Symantec so geändert worden, dass nun auch die Hersteller von Sicherheitssoftware davon abgehalten werden, auf diesen Teil zugreifen zu können. So könne man nicht adäquat auf Sicherheitsbedrohungen reagieren.

XPS

Für Adobe heißt das Konkurrenzprodukt zu PDF "XPS". Dieses Tool ermöglicht es "Schnappschüsse" von Dokumenten anzufertigen. Im Gegensatz zu Adobe, welches nur die Software zum Lesen von PDF-Dokumenten kostenlos verfügbar macht, stellt Microsoft sowohl den Reader wie auch den Writer für die elektronische Dokumente umsonst anbieten. Laut Microsoft hat Steve Ballmer eine Anfrage an EU-Kommissarin Neelie Kroes geschickt, um sich zu erkundigen, ob die Entfernung von "XPS" ein Wusch der Kommission sei.

Sinn und Unsinn

Man kann nun Für und Wider abwägen und seine eigenen Schlüsse aus den Beschwerden und den Darstellungen von Microsoft ziehen, Fakt ist, es geht ums Geld. Simpel und einfach. Adobe und Symantec sind nicht bereit ihren Kuchen mit Microsoft zu teilen, welches seinerseits ja immer an ganz eigenen Kuchen bäckt. Das bisher so hoch gehaltene Partnersystem dürfte mit Windows Vista auf eine harte Probe gestellt werden. War Symantec bisher auf löchrige Microsoft-Software angewiesen und hatte Adobe seine Produkte immer auch auf die Plattform Windows ausgelegt, so steht man einander auf einmal als Konkurrenten gegenüber.(red)

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