Gesundes Herbstmenü

24. April 2007, 19:52
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Besonders Kohlgemüse, Spinat und Äpfel sollten jetzt gegessen werden - Je bunter und biologischer, desto besser

Wien - Nicht nur die Blätter färben sich im Herbst, auch in den Regalen und auf Marktplätzen findet sich viel farbenfrohes Obst und Gemüse. "So abwechslungsreich und bunt wie möglich" sollte daher auch der Teller gefüllt werden, empfiehlt Doris Fussenegger vom Österreichischen Akademischen Institut für Ernährungsmedizin.

Besser als Vitaminpräparate

Denn die sekundären Pflanzenstoffe, die unter anderem für die Farbpigmentierung der Lebensmittel zuständig sind, haben laut der Expertin "mehr Antioxidantien als Vitamin C", eine Vitaminpille kann da schon gar nicht mithalten.

Besonders viele Nährstoffe

An oberster Stelle der Herbsternte steht das Kohlgemüse, die Liste der positiven Eigenschaften ist lang. Es enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamin C, Folsäure, Mineralstoffe, Ballaststoffe und hat außerdem einen sehr geringen Energiegehalt.

"Wenn man viel Gemüse wie Broccoli, Karfiol, Weiß- und Rotkraut isst, verringert sich das Risiko für Krebsarten in den Atemwegen und dem Verdauungstrakt", sagt Fussenegger. Blattgemüse wie Feldsalat, Endiviensalat und Spinat sind hervorragende pflanzliche Folsäurequellen und auch der Kürbis glänzt mit einem hohen Anteil an Beta-Karotin und Kalium.

One apple a day

Auch bei den Obstsorten hat der Herbst einiges zu bieten: Weintrauben sind nicht nur in flüssiger Form wirksam, sondern zeigen als Obst vor allem positiven Einfluss auf den Kreislauf, während die ballaststoffreichen Zwetschken die Verdauung anregen. Auch der sprichwörtliche Apfel pro Tag sei sehr zu empfehlen, sagt die Expertin, "er ist reich an Vitamin C und sorgt mit Pectin für eine gesunde Darmflora."

Und wer Fisch nicht zu seinen Lieblingsgerichten zählt, erhält die so wichtigen Omega 3-Fettsäuren über erntefrische Walnüsse.

Bio bevorzugen

Das frische Herbstgemüse und Obst sollte laut Fussenegger auf alle Fälle aus biologischem Anbau gekauft werden. In Untersuchungen seien Unterschiede im Nährstoffgehalt zwischen biologischem und konventionellem Anbau zwar nicht "unbedingt erkennbar", dennoch wären die Biolebensmittel nachhaltiger und ökologisch wertvoller.

"Besonders wenn es um den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln, strengeren Richtlinien und Anbaubedingungen geht", so die Expertin. Wenn draußen tiefster Winter herrscht, darf man deswegen aber auch ruhig zu Tiefkühlgemüse greifen, "es ist oft sogar gleichwertig mit frischem Gemüse, wenn es sofort nach der Ernte tiefgefroren wird."

Nahrungsergänzungsmittel nicht notwendig

Vitaminpillen zu schlucken, ist für Fussenegger absolut nicht notwendig, denn "saisonales Obst und Gemüse, das nicht zu lange gelagert wird, deckt den Bedarf eines gesunden Menschen völlig." Der Schlüssel zu einer gesunden Ernährung sei das "Zusammenwirken von Vitaminen, Ballaststoffen und sekundären pflanzlichen Inhaltsstoffen" in den Lebensmitteln.

Eine Pille "als Kompensation für Ernährungssünden", komme da einem Nulleffekt gleich. Einzelnen Personengruppen wie chronisch Kranken, Schwangere oder alte Menschen empfiehlt die Expertin aber sehr wohl Nahrungsergänzungsmittel, aber nur "in vorheriger Absprache mit dem Arzt". (APA)

  • Artikelbild
    foto: bmlfuw/ama-bioarchiv/masannek
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