Das neue Uni-Jahr beginnt

29. November 2006, 16:57
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Heute beginnt für Österreichs Studierende das neue Semester - Zugangsbeschränkungen und Elite-Uni waren die zentralen Themen der abgelaufenen Legislaturperiode

Das Studienjahr 2006/07 beginnt zwar offiziell erst am 2. Oktober, bei einigen Universitäten läuft allerdings schon am 30. September die allgemeine Zulassungsfrist aus. Auf der größten Hochschule des Landes, der Uni Wien, läuft die allgemeine Zulassung noch bis zum 16. Oktober. Am längsten Zeit für die Inskription haben StudienanfängerInnen an der Grazer Medizinuni und der TU Wien, wo die Zulassung erst am 31. Oktober endet.

Für die kommenden Monate stehen unter anderem die Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen zwischen den Unis und dem Bund an. Dabei handelt es sich um öffentlich-rechtliche Verträge, in denen unter anderem festgelegt wird, welchen Anteil die einzelnen Universitäten vom Hochschulglobalbudget der Jahre 2007 bis 2009 erhalten. Im Gegenzug verpflichtet sich jede Hochschule dem Bund gegenüber zu gewissen Leistungen und einer konkreten Zielsetzung für den festgelegten Zeitraum.

Zulassungsbestimmungen

Sowohl das abgelaufene, als auch das bevorstehende Studienjahr, das am 2. Oktober beginnt, stehen ganz im Zeichen der allgemeinen Zugangsbeschränkungen, die erstmals für mehrere Studienrichtungen eingeführt wurden. Grund dafür war ein EuGH-Erkenntnis im Juli 2005, nach dem die Zugangsbestimmungen an den österreichischen Unis für Studierende aus dem EU-Ausland aufgehoben werden mussten.

Reformen und Neuerungen

Die Maßnahmen, die nach dem Spruch des EuGH im Juli 2005 von den zuständigen Stellen getroffen wurden, waren aber nur ein Teil der Umwälzungen die im Hochschulsektor in den vergangenen vier Jahren stattgefunden haben. Das umstrittene Universitätsgesetz 2002 (UG 02) brachte unter anderem die Neuorganisation der Universitäten, die damit verbundene Neubestellung von Rektoren und Hochschulräten und ein neues Hochschülerschaftswahlrecht. Die von der SPÖ angestrengte Anfechtung der unterschiedlichen Reformen war nur teilweise erfolgreich und so wurde ein Großteil der Pläne des Bildungsministeriums auch umgesetzt.

"ISTA" in Maria Gugging

Für intensive Diskussionen sorgte auch die Schaffung einer „Eliteuni“ als Aushängeschild der österreichischen Forschungslandschaft. Die bisher konzipierte Struktur und auch der Standort des „Institute for Science and Technology Austria“ (ISTA) im niederösterreichischen Maria Gugging sind weiterhin umstritten.

Bevorstehende Wahlen

Ebenfalls im kommenden Studienjahr werden an den meisten Unis die Senate neu gewählt und die Rektoren bestellt. Auch die Zusammensetzung der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) wird neu bestimmt, das System für die ÖH-Wahl steht allerdings noch nicht fest. Gegen das im UG 02 verankerte neue Wahlrecht, das keine Direktwahl der ÖH-Bundesvertretung vorsieht, ist nach wie vor eine Beschwerde von SPÖ und Grünen beim VfGH anhängig. Eine Entscheidung wird für diesen Herbst erwartet. (cta)

  • Die Zulassungsbestim-
mungen waren und sind das dominierende Thema im und um den Unibetrieb.
    derstandard.at/ruth kager

    Die Zulassungsbestim- mungen waren und sind das dominierende Thema im und um den Unibetrieb.

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