So überleben ihre grünen Lieblinge die Trennung

27. Juni 2000, 08:27
Wien - Der Urlaub ist schon gebucht, Sicherheitsvorkehrungen für Wohnung oder Haus sind getroffen, eventuelle Haustiere in der Tierpension angemeldet - bleibt nur noch die Obsorge für Zimmer- und Balkonpflanzen. Können dazu weder nette Nachbarn noch Verwandte mobilisiert werden, bleibt nur, entweder selbst ein Bewässerungssystem zu basteln oder sich einen speziellen Computer anzuschaffen.

Entscheidet sich der Blumenliebhaber für die erstere Vorgangsweise, bietet Veronika Albertoni vom Bundesverband der Erwerbsgärtner eine ganze Reihe von Tipps für solch selbstgestrickte, altbewährte und auch neue Versorgungssysteme für das geschätzte Grünzeug.

Ab in den Schatten

Zunächst sollten alle Pflanzen, auch wenn sie ansonsten pralle Sonne brauchen, in den Schatten verfrachtet werden, so die Empfehlung der Expertin. Bei Balkonpflanzen werden alle welken Blüten sorgfältig entfernt und dann wird vor der Abreise noch einmal gut gegossen.

Die Pflanzen aber einfach in ein Wasserschaff zu stellen, ist genauso wenig ratsam, wie sie ins stockfinstere Badezimmer zu verbannen. "Die wenigsten sind Sumpfpflanzen und zwischen Schatten und gar keinem Licht ist ein großer Unterschied", erklärt Veronika Albertoni.

"Die einfachste Methode, die schon meine Großmutter angewandt hat, ist die 'Wollfaden-Pipeline'", verrät die Blumenfachfrau. Ein großer, ausrangierter Küchentopf wird umgedreht auf den Boden gestellt, darauf stellt man eine große mit Wasser gefüllte Vase, ein Kübel tut's ebenfalls. Rundherum werden nun die Grünpflanzen gereiht.

Die Pipeline aus Wolle

Wollfäden oder Kerzendochte, etwa einen halben Meter lang, dienen schließlich als eigentliche Pipeline, deren eines Ende in die Vase gehängt, das andere in die Erde des Blumentopfes plaziert wird. Durch die erhöhte Position des Wasserreservoirs können sich die Pflanzen jene Wassermenge holen, die sie brauchen. Etwa zwei bis drei Wochen können die "Zöglinge" so einwandfrei über die Runden kommen.

Heute wird dieses System in professioneller Ausfertigung in Fachgeschäften angeboten. Dort werden etwa Tonkegel mit Schläuchen oder so genannte automatische Gießkannen verkauft, welche die Funktion des Wollfadens ersetzen und auch das ganze Jahr über verwendet werden können.

Egal ob man selbstkonstruierte Bewässerungs- oder hoch entwickelte Computersysteme verwendet, sicherheitshalber sollte man vor dem Urlaub auf jeden Fall eine "Generalprobe" durchführen, rät Veronika Albertoni. "Damit man trotz der Mühe nach dem Urlaub nicht vor den traurigen Resten seiner ehemals Grünpflanzen steht."

(APA)

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