EU erlaubt höhere Förderungen

11. Oktober 2006, 15:21
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Erleichterung für kleine Unternehmen

Brüssel - Die EU-Kommission hat in einem neuen Entwurf die Grenze, bis zu der staatliche Beihilfen nicht genehmigungspflichtig sind, von 100.000 auf 200.000 Euro innerhalb von drei Jahren angehoben. Das soll den bürokratischen Aufwand für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) deutlich verringern und den Spielraum der Staaten etwa im Bereich der Konjunkturförderung deutlich erhöhen. Sicherheiten für Kredite gelten nicht mehr als staatliche Beihilfen, wenn der Betrag des zugrunde liegenden Darlehens 1,7 Mio. Euro nicht übersteigt.

Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl, der auch der europäischen Vereinigung der Klein- und Mittelbetriebe (SME) vorsitzt, sagte in Brüssel zum STANDARD, dies sei ein "erfreulicher Schritt, allerdings wäre eine Grenze von 300.000 noch besser für die unzähligen Kleinbetriebe in der EU gewesen.

Es sei wichtig, hier "mehr Luft" für nationale Unterstützungen zu geben, vor allem Firmengründer, aber auch Unternehmen, die umstrukturieren müssten, würden davon sehr profitieren. Dazu müsste vor allem die Bürokratie zumindest um ein Drittel reduziert werden. "In den vergangenen zehn Jahren haben die Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern netto fünf Millioen neue Jobs geschaffen, während die Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern fünf Millionen Jobs abbauten." Die SME wolle europaweit bis 2010 weitere zehn Millionen neue Jobs schaffen, so Leitl. (Michael Moravec, Brüssel, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.9.2006)

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