Kronehit beantragt: Energy Lizenz entziehen

9. Oktober 2006, 14:32
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Begründung: Energy habe gegenüber dem Lizenzantrag sein Musikformat grundlegend geändert

Das Imperium schlägt zurück: Der überregionale Privatsender Kronehit beantragte diese Woche bei der Medienbehörde KommAustria, sie möge die Zulassung von Radio Energy widerrufen. Begründung: Energy habe gegenüber dem Lizenzantrag sein Musikformat grundlegend geändert.

Streit um Salzburger Frequenz

Radio Energy verlangte wie berichtet zuletzt von der Medienbehörde KommAustria, sie möge den Sendebetrieb von Kronehit auf der Salzburger Frequenz 94,0 beenden und Energy loslegen lassen. Der Jugendsender berief sich auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts, die ein Mitbewerber um die Salzburger Frequenz erstritten hatte.

Die Verwaltungsrichter entschied freilich im Widerspruch zu einem früheren Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes in diesem jahrelangen, unübersichtlich verzweigten Verfahren. Die Verwaltungsrichter verwiesen den Fall zurück an den Bundeskommunikationssenat. Und der bestätigte Kronehit seine alte Zulassung, sagt dessen Geschäftsführer Ernst Swoboda dem STANDARD.

Swoboda, zugleich Justitiar der Krone/Kurier-Tochter Mediaprint, will die juristischen Angriffe von Energy nicht länger nur parieren. Er brachte diese Woche bei der Medienbehörde KommAustria einen Antrag auf Widerruf der Zulassung von Radio Energy in Wien ein.

Verfahren erwartet

Der Konkurrenzsender habe erst "schleichend", dann mit Jahreswechsel grundlegend sein Musikformat geändert. Der Weg führte vom Elektronikpop zu Black Music und R'n'B. Das Format entspreche nicht mehr jenem, mit dem Energy seine Zulassung erhalten habe, sagt Swoboda und rechnet mit einem "Widerrufungsverfahren" der Kommaustria.

Energy-Manager Oliver Böhm: "Wir haben das Format nicht geändert, nur seine Färbung." Die habe er vorweg KommAustria-Chef Michael Ogris vorgestellt, der keine Einwände geäußert habe. (Harald Fidler, DER STANDARD, Printausgabe 21.9.2006)

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