Durch Trinkwasserreservoirs der US-Metropolen schwimmt der Anti-Terror-Fisch

2. Oktober 2006, 13:12
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Sonnenbarsche reagieren sensibel auf Veränderungen der Wasserzusammensetzung - befürchtete chemische Attacken könnten so aufgespürt werden

Washington DC - Einer der am häufigsten vorkommenden Süßwasserfische der USA, der Sonnenbarsch, ist nun nach Berichten von BBC-Online auch als Mittel zur Terrorbekämpfung im Einsatz. Die Fische reagieren sehr empfindlich auf chemische Veränderungen im Wasser und werden nun in den Trinkwasserreservoirs der Städte San Francisco, Washington und New York eingesetzt, um eventuelle Angriffe sofort abzuwehren. - Auch in Japan wurden Fischer versuchsweise bereits für derartige Zwecke eingesetzt.

Der Blaue Sonnenbarsch (Lepomis macrochirus) wird in Becken gehalten, die von den Wasserleitungen gespeist werden - ein computergesteuertes System registriert Veränderungen im Verhalten der Fische und sendet Alarmsignale aus. Seit dem 11. September 2001 nimmt die US-Regierung einen möglichen Angriff auf das Trinkwassersystem der Großstädte sehr ernst. Permanent werden Analysen der Wasserqualität durchgeführt und das System auf seine Sicherheit hin überprüft.

Alarmsignale

"Die Fische sind wie ein Frühwarnsystem. Allerdings sind auch sie nur ein Teil einer ganzen Reihe von Abwehrmaßnahmen", so Bill Lawler, Mitbegründer der Intelligent Automation Corporation (IAC), das mit der Terrorabwehr beschäftigt ist. Sobald der Fisch ein Zeichen von Stress zeigt, sendet das Computersystem eine Meldung per E-Mail oder Pager aus. Sonnenbarsche sind sehr empfindlich gegen jegliche Veränderungen im Wasser: Wenn Fremdstoffe im Wasser sind, strecken sie ihre Kiemendeckel stark nach außen, dass es so aussieht, als huste der Fisch. In New York waren die Fische beim Aufspüren von Dieselöl im Wassersystem kürzlich sehr erfolgreich: Sie reagierten wesentlich schneller auf die Verunreinigung als die anderen Systeme.

Allerdings sind die Barsche nicht überall einsetzbar, räumen die Experten von IAC ein. Zum Aufspüren von Keimen etwa sei er nicht geeignet. (pte/red)

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