München steigt von Windows auf Linux um

2. Jänner 2007, 08:47
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Seit Dienstag löst das freie Betriebssystem Windows auf den PCs der Stadtverwaltung ab - Stadt sieht dies als Schritt zu mehr Unabhängigkeit

2003 sorgte die Münchner Stadtverwaltung für weltweite Schlagzeilen. Als eine der ersten Metropolen beschloss die bayrische Hauptstadt das freie Betriebssystem Linux auf seine städtischen Arbeitsplatzrechner zu installieren und auf Windows zu verzichten.

Ski-Urkaub

Der Stadtrat begründete seinen Beschluss unter anderem mit einergrößeren Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern. Microsoft versuchte damals mit umfangreichen Rabatten diese Signalwirkung zu verhindern, Microsoft-Boss Steve Ballmer hatte imFrühjahr 2003 eigens seinen Ski-Urlaub in der Schweiz unterbrochen um nach München zu pilgern - erfolglos.

Ablöse

Seit dieser Woche löst Linux Windows auf den PCs der Münchener Stadtverwaltung ab. Nach einer Test- und Pilotphase gab das Linux Team der Stadtverwaltung am Dienstag den Startschuss für die erste offizielle Version des künftigen Arbeitsplatzsystems, das in Zukunft in der Verwaltung zum Einsatz kommen wird.

Oberbürgermeister zufrieden

Oberbürgermeister Christian Ude, der zusammen mit Bürgermeisterin Christine Strobl und ausgewählten Anwenderinnen und Anwendern in den vergangenen Monaten an der Pilotphase des Basisclients teilnahm, meinte in einer Presseaussendung: "Nach notwendigen Konzept- und Entwicklungsphasen beginnt jetzt der Effektiveinsatz mit einer Version, die sich im Piloteinsatz nicht zuletzt bei mir bewährt hat."

Neben den bisherigen Pilotanwenderinnen und -anwendern wechseln zunächst Kernbereiche des Direktoriums bis Jahresende auf den Basisclient, bevor dann schrittweise die weiteren Bereiche folgen.

Debian

Technisch basiert der Basisclient vollständig auf freier Software, vor allem auf der Linux Distribution Debian GNU/Linux 3.1, der grafischen Benutzeroberfläche KDE 3.5 und der Office-Suite OpenOffice.org 2. Im Hintergrund stellen das freie Softwareverteilungs- werkzeug FAI (Fully Automatic Installation) und das freie GOsa die einfache webbasierte Verwaltbarkeit einer großen Anzahl von Client-Installationen sicher. Die Entwicklung des Basisclients ist mit dieser Version allerdings noch nicht abgeschlossen, sondern in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

Wien

Neben München wird Linux auch in Wien auf Arbeitsplatzrechnern der Stadtverwaltung eingesetzt - der WebStandard berichtete.(sum)

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