Jedem Anleger seine Lösung

8. Oktober 2006, 19:28
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PMA-Hottinger versucht, so individuell wie möglich zu betreuen

"Standardisierte Lösungen sind in Österreich umkämpft. Für wirklich individuelle Strategien gibt es noch viele Chancen", fasst Kenneth Winkler, Österreich-Chef der Schweizer Privatbankgruppe PMA-Hottinger im Standard-Gespräch seine Markteinschätzung zusammen. Die heimischen Privatbanken stellen für Winkler zwar eine Konkurrenz dar – "die Frage heute ist aber nicht mehr, ob man bei einer guten Bank ist, sondern, ob man einen guten Berater hat." Diese individuelle Beratung beschreibt Winkler als das Asset von PMA-Hottinger.

Bier und Wasser

Seinen Kunden rät Winkler, in "Themen" zu investieren. Um von den Emerging Markets zu profitieren, setzt man bei PMA-Hottinger im Moment etwa auf Bier. Denn durch die Mittelschicht, die in diesen Ländern gerade entsteht und wächst, würden sich auch Lebensgewohnheiten und Ernährungsgewohnheiten verändern. Ein kleines Element davon sei, dass Bier in diesen Regionen für die Bevölkerung leistbar wird. Vom Wachstum dieser Kleinsteinkommen würden Bierunternehmen sehr profitieren. Vor allem in Japan steige der Bierkonsum stark.

Beim Thema Energie dürfe man nicht nur den Ölpreis fokussieren. Winkler: "Für Energie ist auch wichtig, was sich im Bereich Strom oder Wasser tut."

Der Bereich Versicherung sei etwa für jene Anleger inter-essant, die vom Thema Osteuropa profitieren möchten. Winkler: "Mit dem Wohlstand kommt auch das Bedürfnis der Absicherung." Investiert wird von PMA-Hottinger nur, wenn die möglichen Chancen das jeweilige Risiko übersteigen. Eigene Produkte die eine breite Anlegerschicht bedienen, gibt es bei PMA-Hottinger nicht. Winkler: "Es war ein Risiko, mit so einem individuellen Ansatz und ohne Vertrieb in Österreich zu starten."

Seit drei Jahren auf dem Markt, verwaltet PMA-Hottinger rund 100 Mio. Euro. Bis 2008/09 sollen die Assets under Management auf 250 Mio. Euro steigen. In Anspruch genommen werden Vermögensverwaltung und Anlageberatung derzeit von rund 100 Kunden, wobei "für jeden Kunden eine eigene Veranlagungspolitik umgesetzt wird". Im November soll ein neuer Partner bei PMA in Österreich einsteigen, wodurch Kundenzahl und auch das verwaltete Vermögen steigen werden. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.9.2006)

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