Terrorverdächtige aus CIA-Geheimgefängnissen bekommen Besuch

26. Oktober 2006, 09:56
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Rotes Kreuz für zwei Wochen im US-Gefangenenlager - Organisation will Kontakt zu Familien ermöglichen

Genf - Das Rote Kreuz wird in der kommenden Woche in Guantanamo erstmals 14 ranghohe Terrorverdächtige aufsuchen, die kürzlich von geheimen CIA-Gefängnissen in das US-Gefangenenlager überstellt wurden. Die Rotkreuzvertreter träfen am Montag zu dem zweiwöchigen Besuch in Guantanamo ein, erklärte die Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Antonella Notari, am Mittwoch in Genf. Das IKRK ist die einzige neutrale Organisation, die vollen Zugang zu den Gefangenen in Guantanamo hat.

Oberstes Ziel sei, mit den Gefangenen vertrauliche Gespräche zu führen und ihnen über das Rote Kreuz einen Kontakt zu ihren Familien zu ermöglichen, sagte Notari. Unter den Häftlingen ist auch der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, Khalid Sheikh Mohammed, der 2003 in Pakistan gefasst wurde. Botschaften, die er seinen Angehörigen über das Rote Kreuz übermitteln kann, werden vom US-Militär zensiert. Sie sind für ihn die erste Möglichkeit seit mehr als drei Jahren, mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen.

Das IKRK besucht seit 2002 Gefangene in Guantanamo. Die Organisation hat seit langem Zugang auch zu Geheimgefängnissen gefordert, deren Existenz sie vermutete, weil ihre Mitarbeiter bestimmte, von den USA festgenommene Häftlinge nirgendwo sonst antrafen. (APA/AP)

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