Traditionsbruch in Innsbruck

1. Oktober 2006, 20:50
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Erstmals ist ein Legionär Kapitän: Tavis Hanssen - Haie wollen wieder Platz drei erreichen

Innsbruck - Zwei Tage vor seinem ersten Meisterschaftsspiel in Jesenice in Slowenien hat der Eishockey-Erste Bank-Klub HC Innsbruck seine neue Mannschaft präsentiert. Die Tiroler, die fünf Leistungsträger abgegeben haben, hoffen aber dennoch, an die Erfolge in den vergangenen zwei Jahren anschließen zu können. Der Kader der Innsbrucker ist inzwischen komplett.

Erstmals ist nicht wie traditionell ein Österreicher, sondern der kanadische Legionär Tavis Hanssen Kapitän bei den Tirolern. "Ich war selbst überrascht, es war aber der ausdrückliche Wunsch des Trainers" sagte Hanssen, der diese Funktion zwei Jahre lang in Cleveland innehatte.

"Wir wollen so wie in den letzten zwei Jahren wieder das Playoff und den dritten Platz erreichen", sagte HCI-Vorstandssprecher Peter Müller am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Dass die Innsbrucker unter anderem ihren Kapitän Andreas Pusnik und Top-Goalgetter James Desmarais abgeben mussten, findet Müller zwar schade, sagt aber: "Wir haben uns gut verstärkt."

Neben den neuen Kanadiern Carl Mallette, David Cornacchia und Christian Sbrocca stürmt in Innsbruck erstmals seit fünf Jahren mit Jussi Hekkinen wieder ein Finne in Tirol. Von den Salzburger Bullen kam Thomas Auer und vom KAC Heimo Lindner zurück an den Inn.

"Der Club ist in dem einen Jahr in meiner Abwesenheit noch professioneller geworden", sagte Lindner, der sich ein großes Ziel gesetzt hat: "Ich will mit Innsbruck Meister werden, nur das Playoff zu erreichen, ist mir zu wenig." Der HCI biete derzeit eine perfekte Mischung aus Routiniers und jungen Spielern.

Trainer Alan Haworth ist überzeugt, dass im Training sehr hart gearbeitet wurde: "Wir gehen gut vorbereitet in die neue Saison." Dass es mit den neuen Regeln und deren härterer Auslegung Probleme gerade für Innsbruck geben könnte, glaubt Haworth nicht: "Zu Beginn der Meisterschaft werden alle Klubs Probleme haben, das wird sich aber einpendeln."

Und dass sein Superstar Todd Elik, der im Vorjahr des Öfteren die Strafbank drücken musste, unter den neuen Regeln leiden wird, glaubt der HCI-Coach auch nicht: "Todd ist ein sehr dramatischer und intensiver Spieler, er wird von den neuen Regeln sogar profitieren, denn diese kommen den guten Spielern zu Gute." (APA)

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