Auslandstelefonate: Gorbach gegen Preisregulierung der Handytarife

6. Oktober 2006, 15:21
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Verkehrsministerium und große Mobilfunker auf einer Linie - "3" für Senkung der Roaminggebühren durch strenge Regulierung

Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach spricht sich gegen eine Regulierung der Handytarife für Auslandstelefonate aus. Diese Position werde Österreich beim EU-Treffen am kommenden Freitag (22. September) vertreten, so Gorbach-Sprecher Carl Ferrari-Brunnenfeld am Mittwoch nach einer Gesprächsrunde mit den Mobilfunkanbietern auf APA-Anfrage. Geht es nach EU-Telekom-Kommissarin Viviane Reding, dann müssen die Tarife nach unten reguliert werden, da sich derzeit die Mobilfunker auf Kosten der Konsumenten ein Körberlgeld verdienen würden.

Interessen der Konsumenten

Dass die Haltung Österreichs den Interessen der Konsumenten widersprechen würde, verneinte Ferrari. Man setze auf den freien Wettbewerb, befürwortet werde lediglich eine sanfte Regulierung im Wiederverkäufermarkt, dies würde sich dann auch positiv auf die Endkundenpreise auswirken. Unterstützung bekommt Gorbach dabei von den drei großen heimischen Mobilfunkern Mobilkom Austria, T-Mobile Austria und One. Für eine Regulierung nach unten spricht sich hingegen "3" (Hutchison) aus.

2007

Geht es nach Reding, dann soll es bereits Anfang 2007 eine Roaming-Regulierung geben. Sie hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die unter EU-Druck zustande gekommenen Preissenkungen beim Roaming noch zu gering ausgefallen seien und der Druck des Marktes nicht ausreiche. Die großen heimischen Mobilfunker hatten hingegen angemerkt, dass sie mit den hohen Roaminggebühren die Inlandstelefonie stützen. Eine Senkung der Auslandstarife könnte also zu Verteuerungen im Inland führen.

Konsumentenschützer auf den Plan gerufen

Dies hatte wiederum Konsumentenschützer auf den Plan gerufen. Wäre dies der Fall, dann beweise das, dass es zu unerlaubten Quersubventionierungen und kartellähnlichem Verhalten der Mobilfunker komme. (APA)

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